Kruzifix wird kurzzeitig für Restaurierung abgenommen

Das Rudi-Wach-Kreuz an der Innbrücke erstrahlt pünktlich zur Rad-WM in neuem Glanz. Der Künstler hat das Kruzifix immer noch „sehr lieb“.

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© Thomas Boehm / TT

Von Denise Daum

Innsbruck –Das Kruzifix des in Hall geborenen Künstlers Rudi Wach hat eine bewegte Geschichte. Im Jahr 1986 sollte es in Innsbruck aufgebaut werden – aufgrund massiver Proteste ob der Nacktheit Jesu musste das Kreuz an einen weniger prominenten Platz: in den Arkadenhof des Innsbrucker Volkskunstmuseums. Erst 21 Jahre später kam das umstrittene Kunstwerk an seinen ursprünglichen Platz. Das hat niemand Geringerer als die damalige Bürgermeis­terin Hilde Zach veranlasst. Ohne Widerrede. „Eine mutige Frau“, sagt der Künstler Rudi Wach heute noch. Dass die Skulptur für eine Riesen-Aufregung sorgen werde, sei ihm von Anfang an klar gewesen. „Das war keine große Überraschung.“ Umso größer die Freude, dass das Kruzifix schließlich an seinen Platz gelangte. „Ich freue mich heute noch jedes Mal, wenn ich an ihm vorbeifahre. Ich hab’ ihn sehr lieb“, erklärt Wach.

Für einige Tage wird das das Stadtbild doch sehr prägende Kunstwerk kommende Woche aber fehlen. Es muss für eine Sanierung abgenommen werden. Bürgermeister Georg Willi war wichtig, dass die Plastik noch vor der Rad-WM, die vom 22. bis 30. September in Innsbruck stattfindet, wieder steht und „für das Millionen-Publikum vor den Fernsehern sowie die Einheimischen und Touristen neu erstrahlt“. Die Kosten für die Sanierung, die noch nicht genau beziffert werden können (BM Willi spricht von ein paar tausend Euro), trägt die Stadt Innsbruck als Besitzerin.

Bischof Hermann Glettler sagte bei einem Gespräch im Sommer dieses Jahres, dass die Nacktheit Jesu für ihn nicht das Problem sei. „Aber es tut mir weh, dass der Gekreuzigte keine Wundmale hat. Die sind doch das Markenzeichen dafür, dass er sich wirklich verletzen ließ“, betonte Glettler.

Der Künstler erklärt, dass er ganz bewusst einen jugendlichen, strahlenden Jesus erschaffen habe. Sein Leitgedanke dabei war: „Es ist vollbracht.“ „Ich bin davon ausgegangen, dass es wirklich vollbracht ist. Dass in Europa Frieden einzieht und nie mehr Krieg herrscht“, sagt Rudi Wach.

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