Liste Fritz sagt „Ja, aber“ zu Vorbehaltsflächen

„Fristgerecht" hat die Liste Fritz gestern auf den vieldiskutierten offenen Brief von BM Georg Willi (Grüne) geantwortet. Willi hatte darin,...

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„Fristgerecht" hat die Liste Fritz gestern auf den vieldiskutierten offenen Brief von BM Georg Willi (Grüne) geantwortet. Willi hatte darin, wie berichtet, für seinen Vorstoß geworben, Vorbehaltsflächen für den sozialen Wohnbau auszuweisen — und die Mandatare gebeten, bis 31. August bekannt zu geben, wie sie abzustimmen gedenken. Von GR Tom Mayer und LA Markus Sint kam gestern eine Art Ja mit großem Aber. Prinzipiell sei es richtig, bei den Grundkosten anzusetzen, und das Instrument der Vorbehaltsflächen sei durchaus anwendbar — aber zuvor müsse die Stadtregierung „ihre Hausaufgaben machen".

„Als Erstes muss die Regierung die Frage beantworten, wohin sich Innsbruck in den nächsten zehn bis 20 Jahren entwickeln und wie schnell es wachsen soll — durch maßvollen Zuzug auf 150.000 Einwohner mit Hauptwohnsitz oder massiv auf 200.000 Einwohner?", erklärte Sint. Außerdem gelte es, den wahren Bedarf an neuen Wohnungen zu klären. Denn das reale Wachstum der letzten 15 Jahre sei bei Weitem nicht so dramatisch wie die Annahmen in der ersten Auflage des örtlichen Raumordnungskonzeptes (Öroko). Die 7500 bis 9000 Wohnungen, die laut Öroko vorgesehen sind, „lassen sich damit jedenfalls nicht begründen", meinte Sint. Aufbauend auf die Bedarfserhebung brauche es dann eine „vernünftige Bedarfsplanung mit klarer Zeitschiene und einen Plan, welchen Ausbau der Infrastruktur Innsbruck begleitend zum Wohnbau benötigt", betonte Mayer. All das fehle derzeit.

Mayer kritisierte zudem, dass Willi in Sachen Vorbehaltsflächen nicht mit den 25 betroffenen Grundeigentümern gesprochen habe — wobei die potenziellen Flächen mit 31.500 Quadratmetern „ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein" seien. Es gebe „viel wichtigere Maßnahmen für leistbaren Wohnbau", ergänzte Sint. Dazu zähle etwa die Leerstands­erhebung, die aus der Sicht der Liste Fritz „natürlich umsetzbar ist". In einem ersten Schritt könnte man etwa das zentrale Melderegister mit dem Grundbuch abgleichen, schlägt Sint vor. Um die Besitzer dann auch dazu zu motivieren, ihre leerstehenden Wohnungen zu vermieten, brauche es zugleich „gemeinnütziges Makeln", bei dem die öffentliche Hand das Risiko übernimmt. Zudem gelt­e es, neuen studentischen Wohnraum zu schaffen — der Liste Fritz schwebt hier etwa eine Autobahneinhausung in Innsbruck-West samt Überbauung vor. (md)

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