Tennis: Peya-Ersatz Jürgen Melzer mit Mektic um US-Open-Viertelfinale

New York (APA) - Der Ersatzmann für den verletzten Alexander Peya schlägt sich bei den US Open vorerst prächtig. Jürgen Melzer zeigt an der ...

  • Artikel
  • Diskussion

New York (APA) - Der Ersatzmann für den verletzten Alexander Peya schlägt sich bei den US Open vorerst prächtig. Jürgen Melzer zeigt an der Seite des Kroaten Nikola Mektic, dass er auch mit 37 Jahren noch nicht zum alten Eisen gehört. Mektic/Melzer erreichten am Freitag in New York mit einem glatten 6:3,6:3 über Leonardo Mayer/Joao Sousa (ARG/POR) bereits die dritte Runde.

Gerade für Melzer, der in den nächsten Wochen nach einer langen Verletzung wortwörtlich um das sportliche Überleben kämpft, wäre eine Fortsetzung des Erfolgslaufs eminent wichtig. „Ich kriege nicht so viele Chancen, auf solchen Bühnen zu spielen, die muss ich halt nutzen. Die ersten zwei Matches waren sicherlich sehr gut, da können wir zufrieden sein“, meinte der ehemalige Weltranglisten-Achte im Einzel und -Sechste im Doppel im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Melzer fühlt sich immer noch stark genug, um sowohl im Einzel, als auch im Doppel vorne mitzumischen. Doch dem Niederösterreicher läuft die Zeit davon. Seine Möglichkeiten, das „geschützte Ranking“ auszuschöpfen, sind bald vorbei. Und von ganz unten will er es dann doch nicht mehr probieren.

Nach der Verletzung von Peya öffnete sich für den zweifachen Grand-Slam-Sieger im Doppel aber eine Türe, die ihm sein alter Freund auch aufhielt: „Alex hat das eingefädelt. Er hat gewusst, dass ich noch ein ‚protected ranking‘ habe, und es reichen würde, dass wir hier reinkommen und so viele Möglichkeiten hat Mektic jetzt auch nicht gehabt“, erklärte Melzer. Die Tatsache, dass er zwei Doppel-Grand-Slams gewonnen habe, sei da auch hilfreich gewesen. „Er hat sich dann für mich entschieden und bis jetzt hat er nicht viel falsch gemacht“, meinte Melzer schmunzelnd.

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Im Kampf um das Viertelfinale geht es nun gegen die US-Amerikaner Austin Krajicek/Tennys Sandgren (USA), die die als Nr. 13 gesetzte, chilenisch-argentinische Paarung Julio Peralta/Horacio Zeballos ausgeschaltet hat. Mektic/Melzer nehmen nun ja in der Auslosung den Platz ganz oben ein, den Oliver Marach mit Mate Pavic innehatte, doch das topgesetzte Duo war gleich zum Auftakt ausgeschieden.

Dass es nun durchaus noch weiter gehen könnte, ist Melzer bewusst, trotzdem ist er vorsichtig. „Ich spiele Runde für Runde, aber ich werde auf jeden Fall ein paar Plätze gutmachen.“ Das Wichtigste sind für Melzer Punkte, damit er bei den ATP-Turnieren überhaupt in das Hauptfeld kommen kann. „Mein Ruf wäre noch gut genug, um Partner zu bekommen, aber wenn ich mit niemanden reinkomme, ist das sehr schwierig, somit hilft mir jede große Punkteanzahl, die ich machen kann.“ Und gerade bei einem Grand Slam könne man viele auf einen Schlag machen. „Vielleicht gelingt es mir.“ Im Doppel hat er sich schon jetzt von 262 auf 171 verbessert, ein weiterer Sieg bringt ihm etwa Platz 125 ein.

Auch im Single hat Melzer noch nicht ganz aufgegeben. Der nach wie vor leidenschaftliche Tennis-Spieler ist aber nur 543. Sollte er für den Heim-Davis-Cup in Graz nicht nominiert werden („mal schauen, was sich in den nächsten Tagen ergibt“), spielt Melzer am gleichen Wochenende in der Qualifikation für Metz. In der Woche danach hat ihm Oliver Marach für den Doppel-Hauptbewerb zugesagt, da Pavic da pausiert. Die Österreicher halten also zusammen, um Melzer doch noch ein Comeback im Kreis der Besten zu ermöglichen.

Danach wird Jürgen mit seinem Bruder Gerald Melzer zu zwei Challengern (Monterrey/MEX, Santo Domingo/DOM) nach Übersee fliegen, wo er für zumindest einen eine Wildcard erhält. Seine vielleicht letzte Chance auf viele Einzel-Punkte erhofft sich Melzer dann für das Erste Bank Open in Wien. Auch wenn Turnierdirektor Herwig Straka ihn aktuell vor allen Österreichern mit der Wildcard-Vergabe einreihen würde, hat dieser nur drei Wildcards in der Tasche.

Mit Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray hat Straka noch drei Topstars im Visier. „Da müssen sie einen Lottosechser machen, dass sie die alle drei kriegen. Wenn er die drei hat, verzichte ich gern“, meinte der French-Open-Halbfinalist 2010 lachend.

Ob Melzer im Davis Cup zum Doppel-Einsatz kommt, entscheidet Kapitän Stefan Koubek demnächst. Nach dem Ausfall Peyas, muss dieser sich zwischen Philipp Oswald (bei US Open schon out) und Jürgen Melzer entscheiden. „Ich würde gern spielen. Ich habe in der Vergangenheit gezeigt, dass ich da immer gern dabei wäre.“ Marach kann sich mit beiden Optionen anfreunden.


Kommentieren