Bundesheer-Boot gekentert: Zwei jungen Frauen wurden reanimiert

Die Boote waren auf der Donau bei Hainburg im Rahmen einer „Girls Day“-Veranstaltung unterwegs. Ein Wellenschlag soll das Unglück ausgelöst haben.

  • Artikel
  • Video
Auf der Donau bei Hainburg kenterte am 1. September 2018 ein Bundesheer-Boot. Zwei Frauen mussten reanimiert werden.
© APA

Hainburg – Bei einer Ausfahrt im Rahmen des sogenannten Girls‘ Camp ist Samstagvormittag ein mit 13 Personen besetztes Bundesheer-Boot auf der Donau bei Hainburg (Bezirk Bruck a.d. Leitha) gekentert. Zwei Frauen im Alter von 22 und 18 mussten reanimiert werden, teilte Oberst Michael Bauer vom Verteidigungsministerium auf APA-Anfrage mit. Sie wurden in kritischem Zustand in Wiener Krankenhäuser geflogen. Sie befanden sich am Abend unverändert in kritischem Zustand. Eine weitere Frau blieb über Nacht zur Beobachtung in einem niederösterreichischen Krankenhaus, teilte das Verteidigungsministerium zudem mit. „Dabei handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme.“

Der Unfall hatte sich Bauer zufolge gegen 10 Uhr ereignet. Insassen seien auch unter das gekenterte Arbeits- und Transportboot geraten. Unter ihnen waren die beiden jungen Frauen, die in der Folge reanimiert werden mussten. An Bord hatten sich laut dem Oberst acht Girls‘ Camp-Teilnehmerinnen und fünf Soldaten befunden. Die Frauen und Soldaten, die sich auf dem verunglückten Arbeits-und Transportboot befunden hatten, wurden ebenso psychologisch betreut wie alle anderen Teilnehmer des Schnupperwochenendes beim Militär.

Der ÖAMTC entsandte zwei Notarzthubschrauber nach Hainburg. Die Opfer wurden von „Christophorus 3“ ins AKH Wien und von „Christophorus 9“ ins Wiener Wilhelminenspital geflogen.

Das Rote Kreuz versorgte laut Florian Schodritz vom Roten Kreuz insgesamt 24 Personen. 22 wurden zur Nachkontrolle in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Rettungsdienst hatte dem Sprecher zufolge u.a. zwei Notärzte, 25 Sanitäter und elf Fahrzeuge aus den Bezirken Bruck a.d. Leitha und Gänserndorf aufgeboten.

Insgesamt waren vier Heeres-Boote unterwegs. Weil zur selben Zeit eine Katastrophenübung der Feuerwehr auf der Donau stattgefunden habe, seien Helfer rasch zur Stelle gewesen, sagte Franz Resperger vom Landeskommando Niederösterreich. Insassen des gekenterten Bootes hätten sich auf eine Insel bzw. auch ans Ufer gerettet. Laut Resperger standen nach dem Unfall elf Feuerwehren im Einsatz.

Zur vermutlichen Unglücksursache schrieb Bauer auf Twitter, das Boot sei in eine Welle gefahren, die hineingeschwappt sei. „Dadurch hat sich das Boot langsam gesenkt und ist über die rechte Seite abgeglitten.“

Insgesamt seien 26 junge Frauen in drei Booten unterwegs gewesen, teilte Bauer weiter mit. Zusätzlich habe es ein Rettungsboot gegeben. Die Boote seien 2015 beschafft worden. Alle Insassen hätten Schwimmwesten getragen.

Untersuchungskommission eingerichtet

Das verunglückte Boot ist 8,5 Meter lang, 2,5 Meter breit und hat einen Tiefgang von einem halben Meter. Es ist laut dem Sprecher des Ministeriums 2,5 Tonnen schwer und wird von einem 260 PS-Motor betrieben. Zusätzlich verfügt es über Breitbandradar, GPS und Echolot.

Steuermann sei ein Unteroffizier gewesen. Er sei wie auch der Bugmann „für dieses Boot ausgebildet“, so der Oberst weiter. Eine Untersuchungskommission des Bundesheeres sollte noch Samstagnachmittag ihre Arbeit aufnehmen.

Das Girls‘ Camp ist ein Schnupperwochenende beim Bundesheer. Die Teilnahme ist ab einem Alter von 17 Jahren möglich. Die beiden mit dem Boot verunglückten Mädchen waren im burgenländischen Bruckneudorf (Bezirk Neusiedl am See) „eingerückt“. Die Girls‘ Camps dauern jeweils von Freitagvormittag bis Sonntagnachmittag.

Mikl-Leitner und Kunasek schicken Genesungswünsche

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sprach den Einsatzkräften am Nachmittag „ein von Herzen kommendes Dankeschön“ aus. An die beiden mit Notarzthubschraubern abtransportierten jungen Frauen richtete sie „die besten Genesungswünsche“ und fügte hinzu: „Unsere Gedanken gelten nun ihnen und ihren Familien.“

„Meine Gedanken sind bei den Familien und Freunden der beiden Frauen“, sagte Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ). Den beiden in Wiener Krankenhäusern befindlichen Opfern wünschte er eine rasche Genesung. „Die Betroffenen erhalten seitens des Bundesheeres jegliche Unterstützung und Betreuung“, so der Minister. Der Unfallhergang werde untersucht und aufgeklärt.

Nicht zuletzt dankte das Bundesheer den eingesetzten Kräften, „insbesondere der Feuerwehr, dem Roten Kreuz und dem ÖAMTC“, für die professionelle Ersthilfe und die rasche Rettungskette. (APA)


Schlagworte