Tiroler Schülervertreter in den Startlöchern

Der Schulstart naht und damit beginnt auch die Amtszeit der neu gewählten Landesschulsprecher. Für das kommende Jahr haben sie viele Ideen und Wünsche.

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Mehr Schulautonomie und mehr Mitspracherechte für Schüler – ein Wunsch, den die neuen Landesschulsprecher haben.
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Innsbruck – In ein paar Tagen ist es so weit: Alle Schulen haben dann wieder ihre Tore geöffnet. Und auch der designierte AHS-Schulsprecher, Rafael Ager, sitzt schon in den Startlöchern. Anfang Juli wurde er gewählt. Jetzt will er gemeinsam mit seinen Kollegen die Schule reformieren.

Was sollte Ihrer Meinung nach an der Schule verändert werden?

Rafael Ager: Ich habe oft das Gefühl, dass die Schüler in der AHS zu wenig auf das Leben vorbereitet werden. Es braucht hier eindeutig eine Veränderung des Schulsystems.

Wie meinen Sie das?

Ager: In der Oberstufe wird viel Mathematik, Physik und so weiter gelehrt, viele Schüler brauchen später aber nichts mehr davon. Natürlich ist ein Grundwissen in diesen Fächern wichtig, aber man sollte sich auch spezialisieren können. Wenn jemand zum Beispiel weiß, dass er später etwas Technisches machen möchte, dann soll er die Möglichkeit haben, sein Wissen in Mathematik und Physik zu vertiefen. Wenn jemand später aber etwas im Kommunikationsbereich machen will, dann wäre vielleicht eine intensivere Beschäftigung mit Deutsch oder anderen Sprachen hilfreich. Das Konzept der modularen Oberstufe wäre perfekt. Es geht auf individuelle Interessen von Schülern ein.

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Zur Person

Rafael Ager: Der designierte AHS-Landesschulsprecher wurde am 23. November 2000 geboren und besucht derzeit das Gymnasium Paulinum in Schwaz.

Glauben Sie, dass das Konzept wirklich funktioniert?

Ager: Auf jeden Fall. In den letzten Jahren wurde das Konzept an mehreren Schulen erprobt, zum Beispiel am BG/BRG Lienz. Die Schulversuche dort haben gezeigt, dass es gut funktioniert. Und die Schüler sind begeistert.

Können Sie als Landesschülervertreter überhaupt etwas am Schulsystem verändern?

Ager: Es ist natürlich nicht so einfach. Landesschülervertretungen sind immerhin nur für ein Jahr im Amt, viele Reformen brauchen aber Zeit. Das heißt aber nicht, dass wir nichts tun können. Wir Landesschulsprecher sitzen in der Bundesschülervertretung und können dort bundesweit Forderungen an Politiker stellen. Man kann als Schülervertreter nur etwas erreichen, wenn man Gespräche mit den Verantwortlichen führt und konkrete Forderungen stellt. Es ist zwar ein langwieriger Prozess, aber man kann durchaus etwas erreichen. Die Schülervertreter der letzten Jahre haben das einmal mehr bewiesen. Das Tiroler Schülerparlament ist mittlerweile auf einem sehr guten Weg, gesetzlich verankert zu werden. Dadurch wird unser Mitspracherecht gestärkt, weil unsere Anträge dann direkt in die zuständigen Ausschüsse gelangen.

Was nehmen Sie im Herbst als Erstes in Angriff?

Ager: Es gibt natürlich auch Dinge, die wir als Schülervertreter relativ einfach verändern können. Zum Beispiel können wir das Problem lösen, dass die Tiroler Schüler uns Landesschülervertreter zu wenig kennen. Das wäre aber wichtig, denn nur dann nehmen sie unsere Hilfe vermehrt in Anspruch und nur so gewinnt unsere Arbeit an Qualität. Meine Landesschulsprecherkollegen Stefan Schiechtl und Ferdinand Lerchster haben gemeinsam mit unserem gesamten Team in der Landesschülervertretung einen Plan entwickelt. Wir wollen bei Hearings von Schulsprecherwahlen an verschiedenen Schulen mitwirken. Bei diesen Veranstaltungen, bei denen sich die einzelnen Schulsprecherkandidaten vorstellen, könnten wir die Moderation übernehmen. So könnten wir uns bei den Schülern in ganz Tirol vorstellen. Und auch weitere Schulbesuche haben wir ab Herbst geplant. Wir müssen unbedingt unseren Bekanntheitsgrad steigern, wenn wir etwas erreichen wollen. Dazu gehört natürlich auch die Medienpräsenz. Nur wenn unsere Forderungen Gehör finden, werden sie wahrgenommen.

Sie haben von einigen Herausforderungen gesprochen. Wieso haben Sie sich trotzdem für die Wahl zum Landesschulsprecher aufstellen lassen?

Ager: Veränderungen sind nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Wenn man motiviert ist und für die Sache kämpft, kann man durchaus etwas bewegen. Ich hoffe, in einem Jahr sagen zu können, dass unsere Mission „Landesschülervertretung“ erfolgreich war. (win)


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