Barnier fordert politische Entscheidungen zu Brexit

Berlin (APA/Reuters) - Der EU-Chefverhandler für den Brexit, Michel Barnier, hat sich gegen eine Verlängerung der Austrittsverhandlungen zwi...

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Berlin (APA/Reuters) - Der EU-Chefverhandler für den Brexit, Michel Barnier, hat sich gegen eine Verlängerung der Austrittsverhandlungen zwischen der EU und Großbritannien über den März 2019 hinaus ausgesprochen. „Wir brauchen nicht mehr Zeit. Was wir brauchen, sind politische Entscheidungen“, sagte Barnier der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ nach einem Vorabbericht.

Die Gespräche müssten bis Mitte November abgeschlossen werden. Ursprünglich war eine Einigung bis zum Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU Mitte Oktober angestrebt worden.

Barnier forderte die europäischen Unternehmen auf, ihre Vorbereitungen auf den Brexit zu beschleunigen, gleich ob dieser geordnet oder ungeordnet verlaufe. „Im Transportsektor und bei den Wertschöpfungsketten zwischen dem Vereinigten Königreich und der restlichen Europäischen Union muss noch mehr getan werden“, sagte der Franzose. Viele Produkte würden im Herstellungsprozess zwischen dem Königreich und der EU hin und her transportiert. ‘Zollformalitäten außerhalb des Binnenmarkts oder einer Zollunion würden den Produktionsprozess stark behindern, warnte er. „In jedem Fall empfehle ich der Industrie, ihre Wertschöpfungsketten ‘brexitfest‘ zu machen“, sagte Barnier. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass Großbritannien sich doch noch für eine Zollunion mit der EU entscheide. „Dann wäre vieles einfacher.“


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