Russland lehnt neue Gespräche ab

Der Tod des Separatistenführers in der Ostukraine durchkreuzt die Pläne für neue Friedensgespräche. Kurz besucht morgen Kiew.

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Kiew, Moskau –Russland legt wegen der Ermordung des Donezker Separatistenführers die Friedensbemühungen für die Ostukraine auf Eis. Außenminister Sergej Lawrow wertete das Attentat auf Alexander Sachartschenko als „offene Provokation, um die Minsker Vereinbarungen zu torpedieren“.

Es könne nun keine Rede mehr von einem baldigen Treffen zu Friedensgesprächen sein, „wie unsere europäischen Partner das wollen“, sagte er am Samstag in ­Sotschi. „Erst muss die Situation analysiert werden.“

Sachartschenko, Anführer der nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, war am Freitag bei einem Bombenanschlag in einem Café getötet worden. Russland als Schutzmacht der Separatisten gab sofort der Ukraine die Schuld. Am Sonntag nahmen in der Rebellenhochburg mehrere zehntausend Menschen an einer Trauerfeier für Sachar­tschenko teil.

Der ukrainische Geheimdienst SBU wies jede Verantwortung für das Attentat zurück. Kiew äußert die Vermutung, dass Sachartschenko wie andere Feldkommandeure vor ihm wegen krimineller Machenschaften oder auf Geheiß Moskaus ermordet wurde. SBU-Chef Wassili Grizak sagte: „Das ist eine systematische Säuberung unter denen, die 2014 am Einmarsch russischer Truppen in den Donbass, an der Schaffung der Pseudorepubliken beteiligt waren.“ Beweise gibt es für keine Version.

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Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) reist morgen nach Kiew. Offiziell, um „die guten bilateralen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen weiter zu vertiefen“. Doch auch die Verstimmung in ­Kiew über Wladimir Putins Anwesenheit bei der Hochzeit von Außenministerin Karin Kneissl dürfte Thema bei der Unterredung mit Präsident Petro Poroschenko werden. (TT, dpa, APA)


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