Türkische Inflation auf knapp 18 Prozent, Notenbank will handeln
Die Teuerungsrate stieg im August auf 17,9 Prozent gestiegen, den höchsten Wert seit fast 15 Jahren. Die Notenbank kündigte an, ihre Geldpolitik an den Inflationsanstieg anzupassen.
Ankara – Die Lira-Krise treibt die Inflation in der Türkei immer weiter in die Höhe. Im August seien die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 17,9 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt am Montag in Ankara mit. Dies ist die höchste Teuerungsrate seit September 2003 und übertrifft die Befürchtungen von Analysten. Im Juli war die Rate noch bei 15,85 Prozent gelegen. Durch den Inflationsanstieg schwächte sich der Kurs der Landeswährung Lira weiter ab.
Seit Monaten ist die türkische Landeswährung stark unter Druck, was die Inflation nach oben treibt, weil importierte Waren teurer werden. Im August kam es zu einem besonders rasanten Absturz der Währung auf neue Rekordtiefs zum Euro und Dollar. Ein Euro war zwischenzeitlich über 8 Lira wert, zum Jahresbeginn waren es noch 4,5 Lira. Eine nachhaltige Erholung gab es bisher nicht.
Notenbank will Geldpolitik anpassen
Die türkische Notenbank signalisiert nun ihre Bereitschaft zum Handeln. „Die Zentralbank wird die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Preisstabilität zu unterstützen“, teilte sie am Montag mit. Man werde daher die Geldpolitik bei der am 13. September anstehenden Notenbanksitzung an die jüngste Entwicklung anpassen. Mit höheren Zinsen könnte die Währung wieder attraktiver für Anleger gemacht und der Kurs damit gestützt werden.
Hinter dem Lira-Verfall steht auch ein Streit zwischen den Regierungen in Ankara und Washington wegen der Inhaftierung eines US-Pastors in der Türkei. Beide Länder haben deswegen Sanktionen gegeneinander verhängt. Zudem sehen Investoren zunehmend die Unabhängigkeit der türkischen Notenbank durch die Politik von Präsident Recep Tayyip Erdogan in Gefahr. (APA/Reuters/dpa-AFX, TT.com)
Kommentare