Aufstand in der Flüchtlingsgesellschaft
Die Stimmung in der 2015 ausgelagerten Flüchtlingsgesellschaft des Landes Tiroler Soziale Dienste (TSD) ist schlecht. Weil die Zahl der Asyl...
Die Stimmung in der 2015 ausgelagerten Flüchtlingsgesellschaft des Landes Tiroler Soziale Dienste (TSD) ist schlecht. Weil die Zahl der Asylwerber massiv zurückgeht, verlieren rund 200 Mitarbeiter bis Ende 2019 ihren Arbeitsplatz. Die Gesellschaft muss schrumpfen, Ende September ist deshalb eine Informationsveranstaltung mit Sozial-Landesrätin Gabriele Fischer (Grüne) geplant.
Die Kritik vom Betriebsrat und der Belegschaft richtet sich derzeit vor allem gegen TSD-Chef Harald Bachmeier, dem vor allem mangelndes Gespür im Umgang mit den Mitarbeitern vorgeworfen wird. Auch wegen struktureller Mängel in den TSD ist der Unmut groß, außerdem wird Bachmeier angekreidet, dass er schon viel früher auf den sich abzeichnenden Rückgang an zu betreuenden Flüchtlingen reagieren hätte müssen. Zur Betriebsversammlung in der Vorwoche ist er nicht erschienen, dort hätten sich die Mitarbeiter Anworten über die weitere Vorgangsweise und den Sozialplan erwartet. Jetzt reicht es der Belegschaft.
Wie es vom TSD-Betriebsrat heißt, gibt es eine Resolution an die Landesregierung, in der auf die wiederholte Gesprächsverweigerung Bachmeiers hingewiesen wird. Das wollen die Mitarbeiter nicht akzeptieren. Und dass der Geschäftsführer just in der von Unsicherheit und offenen Fragen in der TSD geprägten Phase in Urlaub geht, können die Flüchtlingshelfer nicht nachvollziehen. Aufklärung erwartet man sich deshalb von der Landesregierung.
Die wird sich ab Mittwoch in Osttirol ebenfalls mit den TSD und ihrem Chef beschäftigen. Im Vorjahr wurde Harald Bachmeier bekanntlich von Ex-Soziallandesrätin Christine Baur (Grüne) für weitere drei Jahre verlängert. Offen wird bereits über eine vorzeitige Nachbesetzung diskutiert. Weil auch die Opposition seit Wochen aus allen Rohren schießt. Wie eine zufriedenstellende Lösung für beide Seiten aussehen könnte, darüber soll in der Regierungsklausur beraten werden. SPÖ, FPÖ und Liste Fritz legten Bachmeier in den vergangenen Tagen den freiwilligen Rückzug nahe.
Eines haben die Koalitionsparteien ÖVP und Grüne jedoch schon vereinbart: Die Tiroler Sozialen Dienste werden in der eigenen Gesellschaft weitergeführt. Der Wunsch nach einer Veränderung an der Spitze und endlich Ruhe im Unternehmen ist allerdings bei beiden Parteien sehr groß. (pn)
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