Kunstfestival in Linz

Ars Electronia: Internationales, aber auch viele Local Artists

"Please Recharge" - "bitte aufladen" ist der Titel des diesjährigen Beitrags des Interface-Cultures-Studiums der Kunstuniversität Linz zum Ars Electronica-Festival "Error - the Art of Imperfection", das von 6. bis 10. September stattfindet.
© APA/Innthaler

Die Ars Electronica in Linz wird jedes Jahr größer: 500 Veranstaltungen an fünf Tagen mit über 1300 Künstlern und Experten gibt es heuer zu erleben. Am Donnerstag startet sie.

Linz – Die Ars Electronica bringt jedes Jahr Besucher, Künstler und Experten aus aller Welt und somit eine große Portion internationales Flair nach Linz – aber viele Beiträge für das Festival kommen auch von lokalen Künstlern und Einrichtungen vor Ort.

Innovationsforum, Mensch und Computer, „ZusammenHelfen“

Erstmals findet das von der Ars Electronica mit der Wirtschaftskammer veranstaltete Innovationsforum „Get Inspired“ statt, das sich gemäß dem Festivaltitel „Error – the Art of Imperfection“ mit dem Potenzial des Scheiterns und verschiedenen Fehlerkulturen beschäftigt. Dazu passt die unter der Federführung von JKU, Kunstuni und Tabakfabrik ausgerichtete „FuckUp-Night“, die in der Tradition einer von Mexiko ausgehenden globalen Bewegung nach dem Motto „scheitern, aufstehen und weitermachen“ steht.

Die Fachhochschule Hagenberg widmet sich im „Expanded Animation Symposium“ animierten Bildwelten abseits der ausgetretenen Pfade und sucht nach zukünftigen Schnittstellen zwischen Mensch und Computer, nach Interaktion in der Animation. Eine Konferenz der pädagogischen Hochschule befasst sich mit Perspektiven der politischen Bildung und der Frage, wie die junge Generation über die Erodierung politischer Systeme denkt. Der Paarlauf der „ZusammenHelfen“-Konferenz für Flüchtlingshelfer mit der Ars Electronica gründet sich u.a. darauf, dass das Festivalquartier PostCity bei der großen Migrationswelle 2015 monatelang als Flüchtlingsquartier gedient hat.

Auch etliche „Local Artists“ sind wieder bei dem Festival vertreten: Anatol Bogendorfer etwa geht mit seiner Installation „Tonfälle“ der Frage nach, was passiert, wenn man Hasspostings von der schriftlichen in eine für alle hörbare Form transferiert. Florian Voggeneder macht in „The Kepler Station“ die Besiedelung eines fremden Planeten mit Fotos von einer simulierten Mars-Mission im Oman greifbar. Stefan Mittlböck-Jungwirth-Fohringer steuert zwei Performances bei, die um das Leben und Sterben von Bienenvölkern kreisen. An der Installation „Dazwischen (18-38)“ am Martin Luther Platz, die die Zeit zwischen den Weltkriegen anhand von 15 Hörstücken des Schriftstellers Walter Kohl aufleben lässt, sind ebenfalls etliche Linzer Akteure beteiligt - das theater@work ebenso wie die Evangelische Pfarrgemeinde, die Stadt, die Ars Electronica Solutions und eine nahegelegene Buchhandlung. Ein hochkarätig besetztes Highlight des Festivals ist die „Große Konzertnacht“ mit dem Bruckner Orchester Linz unter Markus Poschner, unterstützt vom einem Industrieroboter und dem Linzer Tanzkollektiv rund um Silke Grabinger.

Beste Abschlussarbeiten der Kunstuni

Auch etliche Linzer Kultur- und Bildungseinrichtungen sind in die Ars Electronica eingebunden: Die Kunstuni präsentiert traditionell die besten Abschlussarbeiten des Studiengangs Interface Cultures. Der Studiengang Fashion & Technology zeigt gemeinsam mit dem Austrian Center for Fashion Research (ACfFR) innovative Materialien und - entgegen dem Satz „das war alles schon einmal da“ - völlig neue Formen in der Mode. Im Oö. Kulturquartier sind in der Ausstellung „CyberArts 2018“ die besten Einreichungen aus den Bereichen Computer Animation, Digital Communities und Interactive Art zu sehen.

Während manche Projekte gesellschaftliche und technologischen Entwicklungen primär aus einem künstlerischen Blickwinkel betrachten, kommen einige auch aus der Realwirtschaft: Die Firma Rosenbauer etwa zeigt den „Concept Fire Truck“, ein multifunktionales „Feuerwehrauto der Zukunft“. Die jüngsten Festivalbesucher - und Feuerwehrleute von morgen - dürfen versuchen, die Lichtsignale des Gefährts mit einem eigenen Brain-Computer-Interface kraft ihrer Gedanken zu steuern. Eine Idee des Kunststoffkonzerns Greiner sind dessen „Life Capsules“ - eigroße Behälter mit Setzlingen samt Nährlösung, die über brachliegenden Gebieten abgeworfen werden können, um diese wieder aufzuforsten. (APA)

Alle Infos unter: https://ars.electronica.art