Bizarrer Tweet: Rapper Kanye West fordert Sklaverei zurück

Schon seit Monaten fällt Kanye West aka „Ye“ durch politisch fragwürdige Aussagen auf. Der Trump-Supporter twittert sich um Kopf und Kragen und ist auch jetzt mit seinem Vorschlag zur Verfassungsänderung einmal mehr über das Ziel hinausgeschossen.

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US-Rapper Kanye West.
© AFP

Washington — Nach Kanye Wests offizieller Namensänderung zu „Ye" und einem verstörenden Auftritt in der US-Show „Saturday Night Live" nun auch noch das: Via Twitter und Instagram fordert der 41-Jährige die Änderung des 13. Zusatzartikels der Verfassung der Vereinigten Staaten. Der trat Ende 1865 in Kraft und schaffte die Sklaverei ab. Er lautet: „Weder Sklaverei noch Zwangsdienstbarkeit darf, außer als Strafe für ein Verbrechen, dessen die betreffende Person in einem ordentlichen Verfahren für schuldig befunden worden ist, in den Vereinigten Staaten oder in irgendeinem Gebiet unter ihrer Gesetzeshoheit bestehen."

Und nun dieser Text zum Foto mit „Make America Great Again"-Kappe: „Das ist gut und Amerika wird wieder gesund. Wir werden nicht mehr in andere Länder auslagern. Wir bauen Fabriken hier in Amerika und schaffen Arbeitsplätze. Wir werden Arbeitsplätze für alle bereitstellen, die nicht im Gefängnis sitzen, da wir die 13. Änderung abschaffen. Nachricht mit Liebe gesendet." Bei Fans, Followern und einigen Promis kam das nicht gut an. Oder wurde „Ye" wieder einmal nur falsch verstanden?

In einem weiteren Tweet fügte er nämlich erklärend hinzu: „Der 13. Zusatzartikel ist versteckte Sklaverei. Das heißt, sie hat nie aufgehört. Wir sind die heilende Lösung." Er wolle nur den Wortlaut ändern, nicht den ganzen Zusatz abschaffen, glauben viele. Sklaverei auch als Strafe verbieten.

Allerdings hatte er früher in diesem Jahr in einem Interview behauptet, die mehr als eine Million Sklaven hätten zu ihrem Schicksal selbst beigetragen. „Wenn man von 400 Jahren Sklaverei hört, von 400 Jahren, dann klingt das nach einer Wahl", sagte er seinerzeit und wurde dafür harsch kritisiert.

Vom neuen Album noch keine Spur

Vergangene Woche hatte „Ye" die Veröffentlichung seines zehnten Studioalbums „YANDHI" — ein Wortspiel aus „Ye" und „Gandhi" — angekündigt. Direkt nach seinem Auftritt bei „Saturday Night Live" sollte das Werk verfügbar sein, doch bislang fehlt davon jede Spur. Offiziell wurde noch kein neuer Veröffentlichungstermin bekannt gegeben. Laut Kim Kardashians Twitter-Account aber soll es der 23. November werden.

Während der Show selbst hielt „Ye" eine recht irritierende Rede, in der er erneut US-Präsident Trump verteidigte. „Wenn ich mir Sorgen über Rassismus machen würde, wäre ich schon lange aus Amerika ausgewandert", sagte er dort.

Selbst Kanye-Unterstützerin Lana Del Rey hat jetzt genug: Auf Instagram äußerte sie harte Kritik an ihrem Kumpel und seiner Zuneigung zu Donald Trump: „Wenn du es in Ordnung findest, jemanden zu unterstützen, der es okay findet, anderen Menschen ?an ihre Pussy zu grapschen', nur weil er berühmt ist, dann brauchst du eine Intervention genauso dringend wie er", schreibt sie unter seinen Instagram-Post. (TT.com)


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