Spar wehrt sich gegen Bauern-Kritik an Preispolitik

Wien/Salzburg (APA) - Die Supermarktkette Spar verweist in der aktuellen Diskussion rund um unfaire Geschäftspraktiken darauf hin, dass den ...

Wien/Salzburg (APA) - Die Supermarktkette Spar verweist in der aktuellen Diskussion rund um unfaire Geschäftspraktiken darauf hin, dass den Landwirten hohe Qualitätsprämien gezahlt werden. Spar bezahlt unter anderem den heimischen Schweine- und Rinderbauern über den Gütesiegelzuschlag sowie den regionalen Zuschlag, den Qualitätszuschlag und den Tierwohlzuschlag rund 7 Mio. Euro pro Jahr freiwillig mehr.

„Mehr Geld für mehr Leistung ist die aktuelle Forderung der Landwirtschaft. Bei Spar ist das bereits seit Jahren umgesetzt“, erklärte der Handelskonzern mit Sitz in Salzburg am Mittwoch in einer Aussendung. Für das freiwillige Mitmachen in verschiedenen Qualitätsprojekten würden die Bauern eine Abnahmegarantie und einen Qualitätszuschlag erhalten. Im Jahr 2017 erzielte Spar einen Umsatz von 6,7 Mrd. Euro (+4,6 Prozent) in Österreich.

Auf EU-Ebene wird derzeit eine Richtlinie zu unlauteren Handelspraktiken (UTP) verhandelt. Für Aufsehen haben zuletzt zwei angenommene Änderungsanträge im Landwirtschaftsausschuss des EU-Parlaments gesorgt. Die Anträge gegen höhere Standards bei Händler-Eigenmarken und dem Zusammenschlussverbot von Einzel- und Großhandel zu Einkaufsgemeinschaften werden auf EU-Ratsebene aber nicht unterstützt. Die Richtlinie werde wohl bis Ende des österreichischen EU-Ratsvorsitzes ausverhandelt werden, kündigte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) kürzlich an. Unlautere Geschäftspraktiken seien „ein sehr großes Problem, auch für die Landwirtschaft“. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat diese Woche einen „Fairnesskatalogs für Unternehmen“ vorgestellt und will stärker gegen unfaire Geschäftspraktiken zwischen großen und kleinen Betrieben vorgehen.

Bei Spar zahlt nach eigenen Angaben auch anderen Bauern mehr Geld für höhere Qualitätsstandards, etwa für Pestizidreduktion und humusreichere Böden. Die steirischen Apfelbauern erhalten rund 900.000 Euro pro Jahr für den Verzicht auf Pestizide. Die Supermarktkette will bei Äpfeln, die unter den SPAR-Eigenmarken in den Märkten vermarktet werden, einen umweltschonenderen und pestizidärmeren Umgang garantieren. Bei Frischeiern erhalten Eierbauern von Spar alle zwei Jahre eine Prämie, wenn sie am Qualitätsprogramm teilnehmen. Im Jahr 2018 betrug die von Spar ausgezahlte Summe rund 100.000 Euro.

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~ WEB http://www.spar.at ~ APA190 2018-10-24/11:28


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