Osttirol

13 Arbeitsplätze fallen bei “Schindel und Holz“ weg

Klaus Reiter und Rita Holzer sortieren Kunststoffabfälle.
© Blassnig Christoph

Nach der Streichung von 377.000 Euro an AMS-Förderung für den sozialökonomischen Betrieb „Schindel und Holz“ steht mit dem Jahreswechsel jeder Dritte ohne Job da.

Von Christoph Blassnig

Lienz –Altfried „Friedl“ Hanser arbeitete 20 Jahre lang als Asphaltierer im Straßenbau. Dann war er vier Jahre arbeitslos und saß daheim, während seine Frau weiterhin einer Arbeit nachging. „Es geht einem immer schlechter. Die Probleme lassen sich nicht wegschwemmen. Man verliert den Sinn aus den Augen“, erzählt Hanser. Selbstzweifel hätten ihn geplagt, das Geld sei dank des Einkommens seiner Frau kein so großes Thema gewesen. „Es war ein echter Glücksfall für mich, bei Schindel und Holz eine Chance zu bekommen. Hier gehöre ich her.“ Anfangs stand Hanser als Transitarbeiter in einem befristeten Arbeitsverhältnis. Zu Jahresbeginn wurde er in eine Festanstellung übernommen, als Teil der Umweltmannschaft des sozialökonomischen Betriebes Schindel und Holz. 14 Personen arbeiten derzeit unter Betriebsleiter Manfred Pichler in der Wertstoffsortierung der Firma Rossbacher.

Ab Jahreswechsel fallen nach der Streichung von 377.000 Euro an AMS-Förderung für Schindel und Holz 13 der 33 Transitarbeitsplätze im sozialökonomischen Betrieb weg. Friedl Hanser behält zwar seinen Job, wird aber von Vollzeit- auf eine halbe Beschäftigung herabgestuft und wechselt in die manuelle Sortierungsanlage. „Wir vollziehen eine Umstrukturierung, um möglichst viele Arbeitsplätze halten zu können“, erklärt Schindel-und-Holz-Geschäftsführer René Ladstätter. Die Stammbelegschaft kann gehalten werden. Eine Eigenerwirtschaftungsquote von 50 Prozent ermöglicht zu zukünftig nur noch sechs AMS-teilfinanzierten Arbeitsplätzen in der Umweltwerkstatt ebenso viele, die der sozialökonomische Betrieb aus eigenen Mitteln finanziert. „Wir sind mit der Firma Rossbacher im Jahr 2010 eine Kooperation eingegangen, von der beide Seiten profitieren“, sagt Ladstätter. Gegenseitigem Verständnis und Bemühen auf beiden Seiten sei der Fortbestand der Umweltwerkstatt zu verdanken. „Der Jahreswechsel bringt für ein Drittel unserer Transitbeschäftigten, die wir eigentlich auf einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vorbereiten, die Arbeitslosigkeit“, zeigt sich Ladstätter enttäuscht. „Den betroffenen Langzeitarbeitslosen wird von oben Unterstützung versagt.“

Friedl Hanser bringt mit einem Radlader Nachschub für das Förderband.
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René Ladstätter und Betriebsleiter Manfred Pichler (v. l.) organisieren die Arbeit der Umweltwerkstatt.
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