In Ton gebrannte Traumwelt
Der Kunstraum Dornbirn zeigt aktuell eine Monumentalskulptur von Elmar Trenkwalder. Passender könnte der Raum dafür kaum sein.
Dornbirn –Man könnte es schon fast einen Tirol-Schwerpunkt nennen, den der Kunstraum Dornbirn in dieser zweiten Jahreshälfte begeht. Nach einer groß angelegten Schau von Werken von Thomas Feuerstein folgte nun eine ebenso großzügige Installation von Elmar Trenkwalder. Eine Auswahl, die die Breite des Spektrums Tiroler Künstler abdeckt.
Während für den Innsbrucker Feuerstein der theoretische Überbau ein grundlegender Bestandteil seiner Arbeit ist, hält Trenkwalder die Interpretation für „überstrapaziert“. In der aktuellen Schau des Außerferners, betitelt mit „Engel über Licht und Schatten – vom erlösenden Schweigen der Form“, zählt die Erfahrung im Raum. Über zwei Jahre hinweg schuf Trenkwalder eine weitere seiner monumentalen Keramikskulpturen für Dornbirn mit zwölf Tonnen Ton. Daraus entstand ein elf Meter langes und sieben Meter hohes Architekturgebilde. Die tempelartige Struktur schöpft aus der Bildwelt mittelalterlicher bis hin zu außereuropäischer Ornamentik. Kein sich wiederholendes Muster, sondern in Modifikationen wiederkehrende Formen, an denen man sich schwer sattsehen kann. Prunkvolle Barock- oder Rokokoarchitekturen werden ebenso zitiert wie indische Tempelstrukturen. Wirkt die Vorderseite noch strukturiert und kantiger, geht die Rückseite in organische Formen über. Das Formen mit den Händen des Künstlers kann man hier spüren.
Und es ist ebendieses Material, das fasziniert. In einer zart grünlichen Farbigkeit kommt die schwere Konstruktion daher und vermittelt im Kontrast zur kalten Industriearchitektur rundherum die fehlende Wärme im Raum. Als Zuschauer fühlt man sich auch ob der wechselnden Lichtspiele auf der glasierten Oberfläche in eine nicht verortbare Traumwelt à la Atlantis versetzt, aus der man nicht mehr auftauchen möchte. (bunt)
Kommentare