Verkehr

So fein wie bei der WM radelt es sich sonst nicht in Tirol

Breite Radwege, Begleitfahrzeug und Applaus, so kommod hatten es die WM-Teilnehmer.
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Thomas Pupp, Radfahrer aus Leidenschaft, erzählt von Schikanen und der Hoffnung, dass die Rad-WM kein Strohfeuer war.

Innsbruck –Gerade eben hat Thomas Pupp ein Buch übers Rennradfahren herausgebracht. Außerdem hat er vor mehr als zehn Jahren das Tirol Cycling Team, ein Radsportteam, installiert. Über allem steht das Motto „Ride with passion“, also Fahren mit Leidenschaft.

Viel Leidenschaft muss man fürs Rennradfahren in Tirol auch mitbringen. Die Autofahrer hätten schon die eine oder andere Schikane für Radler parat, erzählt Pupp. Drängeln, knapp überholen oder, auch sehr beliebt, zum richtigen Zeitpunkt die Scheibenwischanlage betätigen, um die Radfahrer einzuwässern. „Es gibt mehr Provokationen, mehr Verkehr und mehr Aggression im Straßenverkehr“, sagt auch Pupp. Er rät seinen Sportkollegen, nicht zu Stoßzeiten auf den Hauptachsen zu fahren, und schlägt Dörferlinien und Regionen vor. „Das Unterland ist für das Rennradfahren sicher besser geeignet als das Oberland“, räumt er ein. Dass Tirol im Vergleich zu Mallorca keine Raddestination sei, lässt er aber nicht gelten.

Pupp hofft sehr, dass die Rad-WM nachhaltig genutzt wird. Führende Radländer und Städte würden zwischen 30 und 50 Euro pro Kopf für den Ausbau und Erhalt von Radinfrastruktur ausgeben, in Österreich liege dieser Betrag bei bescheidenen 70 Cent. „Da gibt es noch Luft nach oben.“

Es brauche einen „Masterplan Rad“ für Tirol, um den Esprit der Rad-WM, die im heurigen Sommer über die Bühne ging und insgesamt 600.000 Zuseher anlockte, zu erhalten. „Ohne breites Zugeständnis, dass Tirol ein Radland ist oder wird, wird es nicht gehen.“

Die Rad-WM sei der Prolog. Pupp will allerdings nicht zwischen radelnden Touristen und radelnden Einheimischen unterscheiden. „Den Tourismus muss man mitnehmen, die Alltagsradwege müssen ausgebaut werden.“ Mehr Sport und Rad im Bildungsbereich wünscht sich Pupp ebenso wie eine Nachnützung der WM im Radsport in Tirol. (aheu)