Muslimen-Initiative sammelte 180.000 Dollar für Pittsburgh-Opfer
Mehr als 57.000 Menschen unterzeichneten eine Petition, dass Präsident Trump nicht willkommen sei. Und auch Politiker der Stadt richten dem Staatsoberhaupt ähnliches aus. Kritiker machen Trump für ein steigendes von Hass geprägtes Klima verantwortlich.
Pittsburgh – Eine muslimische Spendeninitiative hat binnen weniger Tage rund 180.000 US-Dollar (rund 159.000 Euro) für die Opfer des Attentats auf eine Synagoge in Pittsburgh gesammelt. Wie die Betreiber der Crowdfunding-Website Launchgood.com mitteilten, war das ursprüngliche Ziel von 25.000 US-Dollar bereits am Sonntag erreicht, sechs Stunden nach Beginn der Kampagne.
Dienstagmittag lag der gesammelte Betrag bei fast 182.000 US-Dollar. Beteiligt hatten sich laut der Webseite bis dahin rund 4.330 Spender.
„Wir sind überwältigt, mit welcher Geschwindigkeit sich die Kampagne bisher verbreitet hat“, so die Initiatoren. Demnach sind rund 75 Prozent der Spender Muslime. Der Attentäter hatte am Samstag in der Pittsburgher „Tree of Life“-Synagoge elf Menschen getötet. Das Motiv des Mannes war offenbar Hass auf Juden, verbunden mit Verschwörungstheorien zu Flüchtlingen.
Bürgermeister: Trump-Besuch „nicht prioritär“
Der für Dienstag angekündigte Besuch von US-Präsident Donald Trump bei der Trauerfeier in Pittsburgh wurde unterdessen zum Politikum. Drei Tage nach dem größten Terroranschlag gegen Juden in der US-Geschichte erklärte Bürgermeister Bill Peduto die Visite Trumps und seiner Frau Melania für „nicht prioritär“.
Am Dienstag (Ortszeit) werden die ersten der elf Opfer beigesetzt. Der Bürgermeister sagte dem Sender CNN, er habe dem Weißen Haus zu verstehen gegeben, dass die Trauerfeier für die Opfer an diesem Tag Vorrang habe - und nicht der Besuch Trumps. Der Präsident sollte sich besser einen anderen Tag aussuchen, so Peduto.
Auch Rabbiner gegen Trump-Visite
Auch der Rabbiner der Synagoge, Jeffrey Myers, sagte, dies sei nicht der richtige Tag. Trump hatte im Vorfeld gesagt, er wolle den Opfern seinen Respekt erweisen. Geplant ist auch ein Besuch bei den Verletzten im Krankenhaus.
Mitglieder der jüdischen Organisation „Bend the Arc“ hatten den Präsidenten schon am Sonntag in einem Offenen Brief aufgefordert, Pittsburgh nicht zu besuchen. Sie machen ihn für wachsenden Hass in der US-Gesellschaft verantwortlich und fordern ihn auf, gegen „weißen Nationalismus“ vorzugehen. Mehr als 57.000 Menschen haben eine Petition unterschrieben, wonach Trump in Pittsburgh nicht willkommen sei. (APA)
Kommentare