Innsbruck

Kontroverse um Umbrüggler Alm geht in Innsbruck weiter

Das Ausflugsgasthaus Umbrüggler Alm, im November 2015 eröffnet, sorgt nun für heftige Debatten in der Innsbrucker Stadtpolitik.
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Rund um die Neuerrichtung der Umbrüggler Alm warf die “Kontrollgruppe“ der damaligen Innsbrucker Stadtregierung “maximale Intransparenz“ vor. Die Opposition verdrehe Fakten, kritisiert „Für Innsbruck“.

Innsbruck –Anlässlich des Kontrollamtsberichts zum Neubau der Umbrüggler Alm wirft die Liste „Für Innsbruck“ (FI) der „selbst ernannten Kontrollgruppe“ aus vier kleineren Oppositionsfraktionen vor, Tatsachen zu „verdrehen“. Diese haben der früheren Stadtregierung, wie berichtet, massive „Intransparenz“ rund um das letztlich 3,375 Mio. Euro schwere Gesamtprojekt vorgeworfen.

Die öffentliche Diskussion werde im Gemeinderat erfolgen, „so wie es das Stadtrecht vorsieht“, betonen Klubobmann GR Lucas Krackl und Wirtschaftssprecher GR Markus Stoll. „Alles, was jetzt diskutiert wird, ist ein erfolgloser Versuch einer unnötigen Skandalisierung.“

Für Krackl ist „erstaunlich, welche Informationen aus dem Kontrollausschuss immer wieder an die Öffentlichkeit kommen, bevor sie überhaupt den Gemeinderäten zur Verfügung stehen“. Eine seriöse Diskussion werde erschwert, wenn bereits vor der Debatte im Gemeinderat „eigenwillige Interpretationen in den Raum gestellt werden“. Zudem sei die Frage, „warum Zuhörer aus dem Ausschuss – entgegen der aktuell geltenden Rechtslage – offenbar vollen Zugang zu den Unterlagen haben“.

Sobald allen Mandataren die Unterlagen zur Verfügung stehen, werde man „über das Erfolgsprojekt Umbrüggler Alm sehr gerne ausgiebig und intensiv diskutieren“, so Stoll. Vorweg sei zu sagen: „Wenn im Zuge eines öffentlichen Projektes von den zuständigen Gremien sinnvolle Ergänzungen beschlossen werden, dann wird das auch bezahlt werden müssen. Die ausgeschriebenen Leistungen waren exakt im Rahmen. Wo die behauptete Kostenüberschreitung liegen soll, ist mir daher ein Rätsel.“

Der Quadratmeterpreis liege, die Alm alleine betreffend, bei ca. 2950 Euro, bezogen auf die Nettogrundfläche – „und damit absolut im Kostenrahmen von Bauprojekten, die unter wesentlich einfacheren Bedingungen am Talboden realisiert werden“, sagt Stoll.

Die FPÖ übt hingegen harsche Kritik: StR Andrea Dengg, Mitglied im Kontroll­ausschuss, stößt sich – wie die „Kontrollgruppe“ – besonders daran, dass die damalige Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) einen vom Stadtsenat beschlossenen Nachtragskredit nie auf die Tagesordnung des Gemeinderates gesetzt, sondern diesen einfach als Budgetzeile in den außerordentlichen Haushalt aufgenommen habe. „Darauf hätte sie wenigstens aktiv hinweisen müssen – da geht mir echt der Hut hoch.“

Auch dass Planungs- und Errichtungskosten, „die man nicht zuordnen konnte“, unter dem „schwammigen“ Begriff „Investitition in Kulturgut“ verzeichnet worden seien, stört Dengg. Sie kritisiert zudem den „Naturraum Karwendel“ in der Umbrüggler Alm: „Wenn ein Projekt ohnehin schon teurer wird als geplant, ist ein so kostspieliger Schauraum mit Karwendel-Modell, Schaukästen, Beschallung, Beamer, Wand- und Deckenvertäfelung umso unnötiger.“

Zudem hätten ihr die Vertreter von Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) und Forstamt im Ausschuss nicht beantworten können, wie hoch die Kosten für die „Vorlaufzeit“ – etwa geplante und wieder verworfene Projekte vor dem Neubau des Ausflugsgasthauses – waren.

Für FPÖ-Stadtparteiobmann StR Rudi Federspiel fügt sich die Umbrüggler Alm in eine „Reihe von finanziellen Ungereimtheiten“, etwa bei Regionalbahn, Patscherkofel, Haus der Musik und Bibliothek. „Es kann nicht sein, dass die Personen, die diese finanzielle Unbill angerichtet haben, weiter in der Regierung ihr Unwesen treiben, und dafür mehr als 100.000 Euro pro Jahr beziehen“, schäumt Federspiel, der namentlich die nunmehrige Vizebürgermeisterin Oppitz-Plörer, die grüne Stadträtin Uschi Schwarzl und Vize-BM Franz X. Gruber (VP) anführt. (TT, md)