„Tunnelarbeiter beleben die Wirtschaft im Ort“
In Stafflach sorgt ein geplantes Containerdorf für rund 350 Arbeiter für Aufregung. In Franzensfeste funktioniert das Zusammenleben recht gut.
Von Denise Daum
Steinach a. Br., Vals, Franzensfeste –Mit dem Brennerbasistunnel entsteht der derzeit längste Tunnel der Welt. Im Wipptal steht mit Pfons-Brenner nun ein weiteres riesiges Baulos an, die Vorarbeiten laufen bereits, Ende Jänner soll es losgehen. Die Arbeiter dafür müssen naturgemäß in der Region untergebracht werden. Das dafür vorgesehene Containerdorf für bis zu 350 Personen im Steinacher Ortsteil Stafflach sorgt, wie berichtet, für Verunsicherung im Wipptal.
Relativ entspannt sieht die Situation hingegen der Valser Bürgermeister Klaus Ungerank, dessen Gemeinde unmittelbare Anrainerin an die geplanten Container ist. Im Ortsteil St. Jodok waren über viele Jahre Arbeiter untergebracht – für den Bürgermeister „keine Belastung, sondern eine Belebung. Die Männer haben bei uns einen guten Eindruck hinterlassen“, betont Ungerank. Wenngleich in St. Jodok lediglich um die 30 Arbeiter untergebracht waren.
Eine ganz andere Dimension hat das seit einigen Jahren bestehende Containerdorf 50 Kilometer weiter südlich. In Franzensfeste sind in Summe um die 800 Arbeiter in drei verschiedenen Containeranlagen untergebracht. Die Einwohnerzahl in dem Südtiroler Ort hat sich dadurch nahezu verdoppelt. Bürgermeister Thomas Klapfer betont im Gespräch mit der TT, dass es keine Probleme mit der öffentlichen Sicherheit dadurch gebe. „Wir haben aber natürlich schon mehr Verkehr und es gibt auch immer wieder kleinere Reibereien. Andererseits beleben die Arbeiter die Wirtschaft im Dorf“, berichtet Klapfer. Er erläutert, dass aufgrund des Schichtbetriebs auch nicht permanent zusätzliche 800 Personen aktiv im Dorf sind. „250 arbeiten, 250 schlafen, 250 haben frei“, erklärt der Bürgermeister. Und ergänzt: „Wenn mal einer dabei war, mit dem es Probleme gab, war der nicht lang da.“ Alles in allem sei die Situation schon zu handeln. „Da ist die Baustelle selbst belastender für den Ort“, erklärt Klapfer.
Die Gemeinde Steinach ist in engem Kontakt mit der zuständigen Baufirma Porr und der Brennerbasistunnel-Gesellschaft BBT SE, um die Auswirkungen auf die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Maximal drei Containerblöcke sollen in Stafflach aufgestellt werden, erklärt Sandra Bauer, Porr-Unternehmenssprecherin. „Es ist uns überaus wichtig, dass diese Arbeiter auch in den sozialen und kulturellen Austausch mit den Ortschaften treten“, erklärt Bauer.
Kommentare