Ermittlungen abgeschlossen

Kriegsverbrecher Praljak handelte bei Suizid vor UNO-Tribunal allein

Der bosnisch-kroatisch Kriegsverbrecher Slobodan Praljak schluckte vor dem UNO-Tribunal Gift.
© AFP

Die Ermittlungen zu dem Fall wurden nach gut einem Jahr abgeschlossen. Hinweise auf Helfer gab es keine.

Den Haag – Der kroatische Kriegsverbrecher Slobodan Praljak hatte bei seinem Selbstmord vor dem UNO-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien vor rund einem Jahr nach den offiziellen Ermittlungen keine Hilfe von anderen Personen. Es seien keine Hinweise auf Helfer gefunden worden, heißt es in dem am Freitag vorgelegten Abschlussbericht der niederländischen Staatsanwaltschaft.

Der Ex-General hatte im November 2017 im Gerichtssaal in Den Haag Zyankali eingenommen und war wenig später im Alter von 72 Jahren gestorben. Zuvor hatte das UNO-Gericht Praljak wegen Kriegsverbrechen zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Ermittler konnten nicht klären, wie er das Gift in den Gerichtssaal schmuggeln konnte. „Man kann nicht ausschließen, dass Praljak das Gift schon (sehr) lange Zeit in seinem Besitz hatte.“ Kaliumzyanid kann man in trockener Form als Tablette oder Pulver lange aufbewahren. Bereits eine sehr geringe Menge ist tödlich.

Bei Durchsuchungen der Gebäude und auf Kamera-Aufnahmen seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Vor seiner Tat war Praljak allerdings kurz in zwei Räumen ohne Kameras gewesen, eine Toilette und ein Warteraum.

In der Zelle des Mannes war ein Abschiedsbrief gefunden worden. Darin gab er an, dass er die Entscheidung zum Suizid bereits lange Zeit zuvor getroffen habe. (dpa)