Oida, Schweigekanzler, wos is mit Ihnen? Wahl der Wörter des Jahres

Ob Matthias Strolz kurz vor dem „ragequit“ oder der geghostete Schwarm beim zuckerbergen: Ab sofort können Sie und #MeToo wieder für die Wörter und Sprüche des Jahres abstimmen. Dank der Digitalisierung geht das alles ganz easy. Neuer Stil, quasi.

Diese Wörter und Sprüche stehen unter anderem zur Auswahl.
© pixabay/TT.com

Wien — Ganz egal ob ihr gerade mit euer Bellgadse Gassi geht, Appler seid oder euer Smartphone-Bildschirm gespidert ist: 30 Tage sind noch Zeit, um für die Wörter des Jahres abzustimmen. Dabei wird nicht nur 1 neues nices Jugendwort gewählt, auch die Kandidaten für das (Un-)Wort und den (Un-)Spruch des Jahres stehen bereit. Am 6. Dezember will die Jury das Ergebnis bekanntgeben.

Hier geht's zum Voting: www.oedeutsch.at

Mitunter will das allerorts und vielfältig genutzte, in bestimmten Situationen aber strafbare „Oida" das „Jugendwort 2018" werden. Es muss sich gegen neun andere Wortkreationen durchsetzen — wie etwa „zuckerbergen", „Selfmord" oder „ghosten". Mit „fly sein" steht auch Deutschlands Jugendwort des Jahres aus dem Jahr 2016 zur Auswahl.

Jugendwort 2018: Die Kandidaten

  • Appler: eine Person mit einer Vorliebe für Apple-Produkte
  • Bellgadse: ein zusammengesetztes Wort aus Gadse für Katze und bell für bellen - also ein Hund
  • fly sein: ziemlich cool drauf sein
  • gespidert: wenn man sein Handy-Display zerstört hat
  • ghosten: jemanden ignorieren
  • nice: gut, super, lässig
  • Oida: Füllwort, zu Hochdeutsch: "Alter" (braucht's da wirklich eine Erklärung?)
  • ragequit: wutentbrannt aufgeben
  • Selfmord: während des Versuches, ein Selfie zu machen, in den Tod stürzen
  • zuckerbergen: stalken oder spionieren

Und apropos Gewinner: Unter den Kandidaten für das „Wort des Jahres" findet sich ebenso ein Sieger früherer Jahre: Der „Schweigekanzler" war bereits 2005, bei der letzten ÖVP-FPÖ-Koalition unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, als „Schweige-Kanzler" Wort des Jahres. Die Konkurrenz entstammt ebenso der Polit-Sparte: Von Innenminister Herbert Kickls initiierten „Ponyzei" über die „Ehe für alle" bis zum „Nichtrauchervolksbegehren" und der „Orbanisierung" ist alles dabei.

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Wort des Jahres: Die Kandidaten

  • BVT-Affäre
  • Digitalisierung
  • Ehe für alle
  • Gaulreiter
  • Klimakatastrophe
  • #MeToo
  • Nichtrauchervolksbegehren
  • Orbanisierung
  • Ponyzei
  • Schweigekanzler

Gesucht wird auch das „Unwort des Jahres". Es bewerben sich Bandwurmwörter à la „Datenschutzgrundverordnung" oder „Arbeitszeitflexibilisierung". Mit der „konzentrierten Unterbringung" schafft es Kickl auch hier in den Kandidatenreigen. Und während beim Jugendwort die Bellgadse um stimmen bellt, äh, buhlt, ist es beim Unwort der „Listenhund".

Unwort des Jahres: Die Kandidaten

  • Anlandeplattform
  • Arbeitszeitflexibilierung
  • Datenschutzgrundverordnung
  • Einzelfälle
  • Funktionärsmilliarde
  • Gold-plating
  • konzentrierte Unterbringung
  • Listenhund
  • Neuer Stil
  • stichhaltige Gerüchte

Auch die Sprücheklopfer des Jahres werden geehrt. Beim positiv angehauchten „Spruch des Jahres" konkurrieren unter anderem Matthias Strolz' Aussage „Frau Minister, was ist mit Ihnen?" und „Kasperl und Pezi sind gerettet". Für den „negativen Spruch des Jahres", auch „Unspruch 2018" genannt, sind unter anderem Kanzler Kurz' Aussage „Ich habe die Balkanroute geschlossen" und die hohe Wellen schlagende Behauptung von Sozialministerin Hartinger-Klein „Man kann sicher von 150 Euro im Monat leben", nominiert.

Spruch des Jahres

  • "Frau Minister, was ist mit Ihnen?"
  • "Mahrer übernimmt"
  • Kasperl und Pezi sind gerettet."
  • Kein Geheimdienst, der noch bei Trost ist, wird mit Österreich noch Daten austauschen - außer vielleicht der Wetterdienst."

Kriterien für die Wörter des Jahres: Sie sollen 2018 von besonderer Bedeutung sein, im öffentlichen Leben des Landes häufig Verwendung finden oder gefunden haben und/oder besondere sprachliche Qualitäten aufweisen. (tst, APA)

Unspruch des Jahres

  • "Genau das Gegenteil ist der Fall"
  • "Ich habe die Balkanroute geschlossen"
  • "Man kann sicher von 150 Euro im Monat leben"
  • "Wer den Dienst in der Wehrmacht verweigert hat, ist ein Verräter, und Verräter soll man verurteilen und nicht seligsprechen."

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