Putin lobt seinen Militärgeheimdienst zum 100-jährigen Jubiläum
Moskau (APA/dpa) - Der russische Militärgeheimdienst GRU hat ungeachtet der jüngsten Enttarnungen im Fall des Ex-Agenten Sergej Skripal sein...
Moskau (APA/dpa) - Der russische Militärgeheimdienst GRU hat ungeachtet der jüngsten Enttarnungen im Fall des Ex-Agenten Sergej Skripal sein 100-jähriges Bestehen gefeiert.
Präsident Wladimir Putin würdigte die „Professionalität“ und den „Mut“ der Agenten des Militärgeheimdienstes. Bei einer Feier im Armeetheater in Moskau sagte Putin am Freitag: „Ich kenne Ihre - ohne zu übertreiben - einzigartigen Fähigkeiten, auch bei Spezialeinsätzen. Er sei überzeugt, dass jeder der GRU-Agenten „alles für Russland und unser Volk tut“, sagte der ehemalige KGB-Spion Putin.
Putin lobte die militärischen Aufklärer: Ihre Vorarbeit habe zum Beispiel eine große Rolle bei der Ausschaltung von Terroristen in Syrien gespielt, sagte er. Das russische Fernsehen zeigte den Auftritt live und hielt die Kamera nur auf den Präsidenten, nicht auf die versammelten Agenten.
Die junge Sowjetmacht hatte im November 1918 einen Geheimdienst für ihre Streitkräfte gegründet - offiziell „Hauptverwaltung der Aufklärung“ (Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije) genannt. Seitdem ist der Dienst für Spionageabwehr in der Armee zuständig und spioniert seinerseits fremde Militärgeheimnisse aus. Er hat eine Kommandotruppe Speznas, die hinter den feindlichen Linien operieren kann. Auch die Hackergruppe Fancy Bear, die in Cyberangriffe auf die USA verwickelt sein soll, wird von Experten dem GRU zugerechnet.
Lange Zeit galt der GRU als Rivale des sowjetischen Geheimdienstes KGB. Doch seit der Auflösung des KGB ist der GRU die Nummer eins unter den Moskauer Geheimdiensten, zu denen noch der Inlandsgeheimdienst FSB und der Auslandsgeheimdienst SWR gehören.
Nach dem Giftanschlag auf den Ex-Agenten Skripal in Großbritannien vom März nannten die britischen Behörden im September zwei Russen als mutmaßliche Täter. Recherchen identifizierten sie als Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes. Danach förderte die Suche in Datenbanken mehrere hundert Namen mutmaßlicher Agenten zutage - unter anderem, weil sie ihre Autos auf die GRU-Zentrale registriert hatten.
Moskau streitet eine Verwicklung in die ihm vom Westen vorgeworfenen Fälle vehement ab.
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