Hoffnung für historische Via-Claudia-Fundstücke

Seit 2012 versucht der Verein „transitus“ den Via-Claudia-Fundstücken eine Heimat zu geben. Jetzt gibt’s neue Hoffnung.

Die Künstler und „transitus“-Vorstandsmitglieder Helene Keller (l.) und Barbara Stillebacher-Heltschl schöpfen neue Motivation, dass ihr „Traum“ eines Via-Claudia-Museums doch noch wahr wird.
© Daum

Von Hubert Daum

Imst –Seit mehr als 30 Jahren verbringt der am Piller wohnhafte Franz Neururer sehr viel Zeit an der Via Claudia Augusta: Er ist Hobbyarchäologe und das äußerst erfolgreich. „Mittlerweile sind es einige tausend Objekte, die ich entlang der Römerstraße gefunden habe“, schätzt Neururer, der in offizieller Mission für die Universität Innsbruck mit seiner Sonde vom Reschen bis ins Außerfern unterwegs ist. Die Fundstücke lagern derzeit allerdings im Verborgenen, in den archäologischen Depots der Uni Innsbruck.

Um diese aus dem Dunkeln zu holen, wurde vor sechs Jahren der Verein „transitus“ gegründet. Das Ziel: die archäologisch wertvollen Exponate in einem Museum in Imst der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Chance auf einen Platz sah man in der Entstehung des „Kulturquartiers“, ein Megaprojekt, das die gemeindeeigenen Gebäude rund um den Stadtplatz in einem Gesamtkonzept vereinigen sollte. „Wir waren in den Entwicklungsprozess von Anfang an eingebunden“, sagen die Vorstandsmitglieder Helene Keller und Barbara Stillebacher-Heltschl. Letztere träumt von einem „lebendigen modernen Museum, das Künstler und Historiker einbindet“.

Doch mittlerweile ist es um das „Kulturquartier“ ruhig geworden. Transitus-Obmann Sebastian Wildbichler: „Plötzlich schien die Euphorie in der Gemeindeführung verflogen zu sein.“ Die Begründung liefert BM Stefan Weirather: „Wir mussten das Acht-Millionen-Vorhaben aus budgetären Gründen zurückstellen.“ Trotzdem könnte der Traum nun wahr werden. Weirather: „Das Museum im Ballhaus muss dringend renoviert werden, die Kostenermittlungen laufen bereits. Mein Wunsch ist es, dass im Zuge dessen das Museum realisiert wird. Den Sanierungsstart sehe ich in ein bis zwei Jahren.“

Auch dieses weltweite Unikat, ein römischer Kammhelm, fände Platz im neuen Museum in Imst.
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