Merz: CDU hat Aufstieg der AfD mit „Achselzucken“ hingenommen

Berlin (APA/dpa) - Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz in der Nachfolge der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, wirft seiner P...

Berlin (APA/dpa) - Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz in der Nachfolge der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, wirft seiner Partei vor, den Aufstieg der rechtspopulistischen AfD gleichgültig hingenommen zu haben.

Die CDU habe die Wahlerfolge der AfD (Alternative für Deutschland) in Bund und Ländern mit einem „Achselzucken“ zur Kenntnis genommen und sich damit zufriedengegeben, selbst nur so stark zu sein, dass ohne sie nicht regiert werden könne, kritisierte Merz im Deutschlandfunk. „Dieser Anspruch ist mir etwas zu wenig.“

Der frühere CDU/CSU-Fraktionschef bekräftigte: „Mit mir gibt es keine Achsenverschiebung der Union nach rechts.“ Die CDU müsse sich aber wieder für Themen öffnen, über die sie „vielleicht in den letzten Jahren etwas leichtfertig hinweggegangen ist“.

Wenn man in Deutschland wieder braune und schwarze Hemden sehe, der Hitlergruß und Antisemitismus auf offener Straße gezeigt würden „und die CDU darauf erkennbar keine Antwort hat“, empfinde er es als persönliche und staatsbürgerliche Verantwortung, seiner Partei Hilfe anzubieten.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Merz versicherte, dass er mit Kanzlerin Merkel im Fall seiner Wahl zum Parteichef „loyal und in jeder Hinsicht konstruktiv“ zusammenarbeiten werde. Die neuen Vorsitzenden von CDU und CSU hätten die Pflicht, diese Regierung zu unterstützen, solange sie gut arbeite.

Einen Vorschlag für das Amt des Generalsekretärs will Merz vor dem Hamburger CDU-Wahlparteitag nicht machen. Die CDU habe mit Annegret Kramp-Karrenbauer eine Generalsekretärin, sagte er. „Ich gehe davon aus, dass ich im Falle meiner Wahl, wenigstens für eine gewisse Zeit, noch auf diese Generalsekretärin setzen kann und dass es gegebenenfalls, wenn nötig, einen guten Übergang gibt.“ Merz tritt bei der Wahl der neuen Parteispitze am 7. Dezember gegen Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn an.


Kommentieren