Stürmische Zeiten in Osttirol vorbei: ÖVP-Wogen sind geglättet

Der Gaimberger Bürgermeister Bernhard Webhofer wurde mit 92,37 Prozent Nachfolger von Martin Mayerl.

Der Gaimberger Bürgermeister, Ortsbauernobmann und Gemeindeparteiobmann Bernhard Webhofer ist Bezirksparteiobmann der ÖVP.
© Brunner Images | Philipp Brunner

Gaimberg – Der Bezirksparteitag der ÖVP hat den 32-jährigen Gaimberger Bürgermeister, Ortsbauernobmann und Ortsparteiobmann Bernhard Webhofer an die Bezirks­spitze befördert. Webhofer erhielt 92,37 Prozent der 118 Delegiertenstimmen und folgte Martin Mayerl nach.

Martin Mayerl hat bei seiner Wahl zum Bezirksparteiobmann vor fünf Jahren ein Ergebnis von 79,6 Prozent geschafft. Sie lagen mit 92,37 Prozent sehr deutlich über jenem Ihres Vorgängers?

Bernhard Webhofer: Ich war selbst überrascht. Ein sehr erfreuliches Ergebnis, das zeigt, dass die Bürgermeister und Funktionäre bis in die hintersten Täler auch einem jungen Bürgermeister ohne Mandat ihr Vertrauen schenken, wenn die Leistungen passen.

Welche Leistungen sprechen Sie an? Was hat Ihnen zu diesem Erfolg verholfen?

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Webhofer: Wir haben uns bei der letzten Nationalratswahl für eine höhere Wahlbeteiligung eingesetzt und dieses Ziel erreicht. Ich habe weiters aus den 33 Osttiroler Gemeinden 32 Unterstützungserklärungen erhalten. Das zeigt, dass wir immer noch die Bürgermeisterpartei im Bezirk sind.

Stellt die ÖVP also außer in der Stadt Lienz die Bürgermeister in Osttirol?

Webhofer: Es bekennen sich nicht alle öffentlich zur ÖVP. Aber sie bekennen sich auch nicht zu jemand anderem.

Zu Ihren Stellvertretern wurden Matthias Scherer aus Obertilliach, Hermann Mitteregger aus Sillian, Elisabeth Mattersberger aus Matrei und Christian Steininger aus Lienz gewählt?

Webhofer: Die Zusammenstellung zeigt, dass ich auf Regionalität setze und alle Teile des Bezirkes einbinden will. Wir haben leider nicht in allen Gemeinden Ortsparteiobleut­e. Das will ich ändern.

Wo sehen Sie mögliche Ursachen dafür?

Webhofer: Im hinteren Iseltal haben wir sicher Aufholbedarf. Ich glaube, dass da die Diskussionen um Natura 2000 und die Agrargemeinschaften ihren Teil dazu beigetragen haben. Ich wünsche mir einen Ortsobmann in jeder Gemeinde Osttirols und bin zuversichtlich, dass wir das schaffen.

Ihr Vorgänger Martin Mayer­l hat stürmische Zeiten in der Lienzer Stadtpartei sowie im Wirtschaftsbund hinter sich gebracht. Die Wogen sind geglättet?

Webhofer: Die Wogen sind geglättet, auch dank Martin Mayerl. Die Stadtpartei hat sich unter Christian Steininger neu formiert. Da sind gut­e Leute, die sich für die ÖVP einsetzen. Der Wirtschaftsbund hat mit Obfrau Michael­a Hysek und ihrem Team eine moderne Führungsstruktur aufgebaut.

Die Strukturen sind geschaffen. Was sind die Vorhaben?

Webhofer: Ich bin ganz frisch im Amt als Bezirksparteiobmann. Wir planen eine Klausur im Frühjahr. Alle Bünde und Organisationen werden teilnehmen und ihre Vorschläge und Visionen einbringen. Anschließend präsentieren wir unsere Ergebnisse gemeinsam. Das ist mir ganz wichtig und dem möchte ich nicht vorgreifen.

Was macht Bernhard Webhofer, wenn er nicht Politik macht?

Webhofer: Ich arbeite für eine Versicherung. Zuhause habe ich eine Landwirtschaft mit acht Hektar Fläche und betreibe eine Frühstückspension mit zehn Betten.

Das Interview führte Christoph Blassnig.


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