Europas Leitbörsen zur Eröffnung klar fester erwartet

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Entspannungszeichen im US-Handelskonflikt mit China sowie im EU-Haushaltsstreit mit Italien dürften den eu...

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Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Entspannungszeichen im US-Handelskonflikt mit China sowie im EU-Haushaltsstreit mit Italien dürften den europäischen Börsen zu einem furiosen Wochenstart verhelfen. Der Future auf den Euro-Stoxx-50 stand am Montag rund eine halbe Stunde vor Börsenstart mit deutlichen 1,35 Prozent im Plus bei 3.223,0 Punkten. Auch der Future auf den britischen FTSE-100 Index zeigte sich klar im Plus.

Der X-DAX als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex lag rund eine Stunde vor Handelsbeginn 2,28 Prozent im Plus bei 11.514 Zählern. Damit sollte der DAX die als charttechnische Hürde angesehenen Marke von 11.400 Punkten knacken, an der er in der Vorwoche dreimal gescheitert war. Dies würde Börsianern zufolge weiteres Erholungspotenzial eröffnen.

Anlässlich des G-20-Gipfels in Buenos Aires wendeten die USA und China eine weitere Eskalation in ihrem erbittert geführten Streit vorerst ab. Neue Verhandlungen würden aufgenommen, um eine Lösung zu finden, hatten beide Seiten nach dem Abendessen von Trump mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping mitgeteilt. Bei dem „Waffenstillstand“ setzte US-Präsident Donald Trump der chinesischen Seite aber eine 90-tägige Frist, um geforderte Konzessionen zu machen.

Das Ergebnis von Buenos Aires sei wahrscheinlich das bestmögliche gewesen, kommentierten die Devisenexperten der Commerzbank. Amerikas Gegner im Handelskonflikt hofften darauf, dass Trump zu einer ähnlichen Lösung wie im NAFTA-Rahmen bereit ist: minimale Zugeständnisse der Gegenseite, die er seiner Anhängerschaft als Erfolg verkaufen kann. Darauf deutet die kurze Verhandlungsperiode hin, die nach US-Interpretation Teil der US-chinesischen Vereinbarung vom Wochenende ist: 90 Tage.“ In so kurzer Zeit seien die grundsätzlichen Probleme, um die es hier geht, aber nicht zu lösen, so die Commerzbank-Fachleute. „Es riecht also wieder nach oberflächlichem Kompromiss. Doch bleibt auch das Risiko bestehen, dass in 90 Tagen der Wind wieder anders weht und es doch auf Eskalation hinausläuft.“

Auch in die Verhandlungen zwischen Italien und der EU kommt Bewegung. Italien will offensichtlich eine weitere Eskalation noch in diesem Jahr vermeiden und hofft, damit vielleicht sogar das Defizitverfahren umgehen zu können. „Das negative Wachstum der italienischen Wirtschaft im 3. Quartal legt jedoch das eigentliche Problem Italiens offen. Italien benötigt dringend strukturelle Reformen. Aktuell erscheinen alle Wachstumsannahmen der italienischen Regierung extrem ambitioniert“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.

Unter den Einzelwerten dürften die Aktien von Volkswagen im Anlegerfokus stehen. Wie die „Financial Times“ meldet, warnte der Compliance-Chef des Autokonzerns, dass VW vor dem schwersten Jahr der Unternehmensgeschichte stehe. Den Papieren der Wolfsburger tat die Nachricht jedoch keinen Abbruch: Sie stiegen vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Freitag um 3,5 Prozent.

Der Chemiekonzern BASF erwägt Kreisen zufolge eine milliardenschwere Kooperation mit dem Finanzinvestor CVC. Man verhandle über mögliche Verbindungen der jeweiligen Bauchemie-Bereiche, um einen Anbieter von Fugenmassen und Dichtstoffen im Wert von bis zu 6 Milliarden Euro zu schaffen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. BASF-Titel gewannen auf Tradgate rund 2,5 Prozent.

Der Windanlagenbauer Nordex hat einen Großauftrag aus Schweden erhalten. Neben Lieferung und Errichtung ist der Konzern außerdem für die Infrastrukturarbeiten verantwortlich. Das schwedische Projekt umfasst eine Bestellung von 114 Turbinen über insgesamt 475 Megawatt. Die Nordex-Aktien verteuerten sich um 2,7 Prozent.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA051 2018-12-03/08:35


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