Die Gute Geschichte: Eine Begegnung für das Leben

Den Menschen in Tansania helfen und globale Verantwortung zeigen wollten Innsbrucker Schüler mit ihrem Sozialprojekt. Sie trafen die Verantwortlichen aus Ostafrika.

  • Artikel
  • Diskussion
Schüler der HLWest begegneten Richard Libent und Gabriel Frederick aus Tansania. Die Jugendlichen starteten bereits vorab eine Sozialaktion, um der ländlichen Bevölkerung in Ostafrika zu helfen.
© Bruder und Schwester in Not

Innsbruck –Es geht um mehr als um den Kilimandscharo, den höchsten Berg des Landes, und den Namen der Hauptstadt von Tansania, Daressalam. Es geht um persönliche Begegnung und soziales Engagement. Um ihr Abschlussprojekt mit Leben und Motivation zu füllen, trafen Schüler der HLWest in Innsbruck auf Experten zum Thema ländliche Entwicklung in Tansania. Ein Austausch, der zeigt: Globale Verantwortung betrifft uns alle. Und Verantwortung zeigten auch die Schüler. Kurzerhand starteten sie ihr eigenes Sozialprojekt, um den Menschen in Ostafrika zu helfen.

Rund 20 junge Menschen um die 16 Jahre sitzen im Stuhlkreis. In der Mitte am Boden liegen eine Weltkarte, ein geflochtener Bienenkorb sowie ein großes Plakat. Alle richten gespannt die Blicke auf die beiden besonderen Gäste, die von weit her an die Schule gekommen sind: Richard Libent und Gabrie­l Frederick aus Tansania, einem Land mit rund 57 Millionen Einwohnern im Osten Afrikas. Die beiden sind vor Ort in einem von Bruder und Schwester in Not geförderten Spendenprojekt tätig. Sie erzähle­n den Schülerinnen und Schülern über die Schönheiten ihres Heimatlandes, über die Weiten der Serengeti, über tropische Wälder bis zu den hohen Bergen. Aber auch die Herausforderung für die ländliche Bevölkerung war Thema.

„Wir arbeiten mit den Menschen und befähigen sie dazu, ihre Lebenssituation selbst zu verändern“, erzählt Gabriel Frederick über seine Arbeit mit örtlichen Bienenzüchtern. Hilfe zur Selbsthilfe. Wie viele Menschen denn vor Ort im Projekt tätig sind und ob es Internet und Strom auf dem Land gibt? Das sind einige der Fragen, welche die Schüler interessieren und die sie an die Gäste aus Ostafrika richten. „Die Infrastruktur, die hier in Tirol bis in die entlegenen Täler reicht, ist besser als bei uns in den großen Städten“, gibt Richard Libent mit einem Vergleich zu bedenken.

Genau wissen wollen die engagierten Jugendlichen, was mit den Spenden aus Tirol konkret in Tansania passiert. Bereits Wochen vor dem Workshop zu Tansania starteten die Schüler nämlich eine Sozialaktion zugunsten von Bruder und Schwester in Not. Insgesamt 47 Kochgruppen bereiteten Kekse, Müslimischungen, Zelten, Marmeladen und Liköre zu. An einem Nachmittag erfolgte die große gemeinsame Verpackungsaktion mit nachhaltigen Materialien. Am ersten Adventsamstag dann der große Tag: Bei einem Weihnachtsmarkt in einem Innsbrucker Einkaufszentrum wurden die selbstgemachten Produkte verkauft und Spenden für das Projekt in Tansania gesammelt.

„Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler für globale Verantwortung sensibilisieren und sie zu eigenem Handeln ermutigen“, benennen die Lehrerinnen Maria Amoser und Angelik­a Wolf den pädagogischen Mehrwert der Sozialaktion. Denn eines sei den Jugendlichen aus Tirol in der Begegnung mit den beiden Gästen aus Tansania klar geworden, sagen die Lehrerinnen: Es braucht hier und dort Engagement und Solidarität, damit die Welt ein Stückchen besser wird. (TT)


Kommentieren


Schlagworte