Griechenland muss Pensionen wohl doch nicht weiter kürzen

Die griechische Wirtschaft entwickelt sich besser als erwartet. Deshalb steht eine geplante Pensionskürzung vor der Absage.

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Demonstranten in Athen.
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Athen – Die mit den Gläubigern Griechenlands für 2019 vereinbarte weitere Kürzung der griechischen Pensionen um bis zu 18 Prozent kann möglicherweise vermieden werden. Dazu werde am Montag ein entsprechender Beschluss der Eurogruppe erwartet, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen.

Grund dafür sei, dass die griechische Regierung mit einem Primärüberschuss, also einem Haushaltsüberschuss ohne die Kosten für den Schuldendienst, von 3,96 bis 4 Prozent der Wirtschaftsleistung rechne. Dieser Überschuss werde auch ohne Pensionskürzungen erreicht und damit könne Athen trotzdem die Vorgabe der Gläubiger erfüllen, den Primärüberschuss auf über 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung zu halten. Dies habe die Arbeitsgruppe der Eurogruppe bereits festgestellt, hieß es aus Athener Regierungskreisen weiter.

Arbeitslosigkeit noch auf 19 Prozent

Das Finanzministerium rechnet im kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent. Zudem soll die Arbeitslosigkeit bis Ende 2019 auf 16,7 Prozent sinken. Zurzeit liegt sie bei 19,1 Prozent. Die Abstimmung im Parlament über den Haushalt soll am 18. Dezember stattfinden.

Dieser Haushalt ist der erste nach Verlassen der Hilfsprogramme Ende August. Athen muss sich nun selbst Geld am Kapitalmarkt besorgen. Das Land kann sich allerdings Zeit lassen: Es hat den Rettungsschirm mit Rücklagen von gut 24 Milliarden Euro verlassen und könnte sich notfalls knapp zwei Jahre lang selbst finanzieren. (APA/dpa)


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