Europas Leitbörsen tendieren zu Mittag weiter deutlich fester

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen Europas haben am Montag dank der Entspannungssignale im US-Handelskonflikt mit China sowie im EU-Ha...

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Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen Europas haben am Montag dank der Entspannungssignale im US-Handelskonflikt mit China sowie im EU-Haushaltsstreit mit Italien deutliche Kursgewinne geschrieben. Der Euro-Stoxx-50 gewann gegen 12.05 Uhr um 60,75 Einheiten oder 1,91 Prozent auf 3.233,88 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte mit 11.537,11 Punkten und plus 279,87 Einheiten oder 2,49 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London gewann um 157,66 Zähler oder 2,26 Prozent und steht nun bei 7.137,90 Stellen.

Gleich mehrere positive Nachrichten kamen am Wochenende vom G-20-Gipfel in Buenos Aires in Argentinien. So haben sich China und die USA im Handelsstreit gegenseitig Zugeständnisse gemacht sowie den Willen zu weiteren Verhandlungen demonstriert. Die USA wollen demnach neue Strafzölle gegen China im Umfang von 200 Mrd. Dollar für 90 Tage aussetzen, teilte das Weiße Haus mit. China habe im Gegenzug nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugesagt, Zölle auf US-Autos „zu reduzieren und abzuschaffen“.

Für Kursgewinne am Rohölmarkt sorgte die ebenfalls auf dem G-20-Gipfel getroffene Verständigung zwischen Russlands Präsident Putin und dem saudi-arabischen Kronprinzen bin Salman auf eine Verlängerung des Kürzungsabkommens in das nächste Jahr, kommentierten die Analysten der Commerzbank.

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Eine Deeskalation ist zudem im Haushaltsstreit zwischen der EU und Italien in Sicht. Wie das Blatt „La Stampa“ berichtete, versucht das Land offenbar, ein Defizitverfahren der EU zu umgehen und verhandelt eine Reduktion des angepeilten Defizits auf zwischen 1,95 und 2,0 Prozent. Bisher hat die Regierung in Rom für das kommende Jahr ein Defizit von 2,4 Prozent angepeilt. Das ist drei Mal so viel wie von der Vorgängerregierung zugesagt.

Konjunkturseitig richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die Einkaufsmanagerindizes aus dem Euroraum. In der Eurozone ist die Industriestimmung im November auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren gefallen. Wie das Institut IHS Markit am Montag in einer zweiten Schätzung mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex um 0,2 Punkte auf 51,8 Zähler. Das ist der tiefste Wert seit August 2016. Allerdings fiel der Rückgang etwas geringer aus als ursprünglich gedacht.

In den drei größten Euroländern Deutschland, Frankreich und Italien trübte sich die Stimmung jeweils ein. In der viertgrößten Volkswirtschaft Spanien hellte sie sich dagegen auf. Im weiteren Tagesverlauf steht noch der ISM-Index aus den USA zur Veröffentlichung an.

Von den Fortschritten im Handelsstreit zwischen China und den USA profitierten vor allem Aktien in der Autobranche. BMW sprangen um 6,52 Prozent an, Daimler gewannen 6,77 Prozent und Volkswagen legten trotz negativer Unternehmensmeldungen 4,67 Prozent zu. Laut der Compliance-Chefin des Autokonzerns, Hiltrud Werner, stehe Volkswagen wegen der weltweit vielen Klagen im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal vor dem schwersten Jahr der Unternehmensgeschichte, berichtete die „Financial Times“.

Weiters waren die Papiere der beiden Luxusgüterkonzerne Kering (plus 5,85 Prozent) und LVMH (plus 5,15 Prozent) unter den größten Kursgewinnern im Euro-Stoxx-50 zu sehen.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA193 2018-12-03/12:12


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