„Staatenbund“: Letzter Angeklagter befragt

Graz (APA) - Der Prozess gegen 14 Mitglieder des „Staatenbund Österreich“ ist am Montag im Grazer Straflandesgericht fortgesetzt worden. Den...

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Graz (APA) - Der Prozess gegen 14 Mitglieder des „Staatenbund Österreich“ ist am Montag im Grazer Straflandesgericht fortgesetzt worden. Den Angeklagten wird zum Teil versuchte Bestimmung zum Hochverrat vorgeworfen, alle zusammen müssen sich wegen Bildung einer staatsfeindlichen Organisation verantworten. Der letzte Beschuldigte erklärte: „Das ist der einzige Weg, gewaltfrei, mit Hingabe und Liebe.“

Die sogenannten „Staatsverweigerer“ hatten sich bei ihrer Einvernahme durch die Richterin höchst unterschiedlich präsentiert. Von der dauerlächelnden Präsidentin über den knorrigen Ex-Gendarmen, der wenig Widerspruch duldete, bis zu eher gemäßigten Vertretern, denen es mit der Lehre von „Licht und Liebe“ offenbar nicht mehr so ernst war, war alles vertreten. Als letzter Beschuldigter war ein äußerst redefreudiger Mann am Wort, der sich schon am ersten Tag vor der Kamera als Alleinunterhalter gebärdet hatte.

Seit längerem hörte man wieder einmal bei der Überprüfung der Personalien die Formulierung „Ich bin nicht die Person, ich bin Klaus aus der Familie F., die Person ist von der Untersuchungsrichterin beschlagnahmt worden.“ Als der Staatsanwalt auf sein Fragerecht verzichtete, war der Angeklagte sichtlich enttäuscht. „Wieso keine Fragen? Ich habe mich so gefreut“, meinte er. Ganz aufgeben wollte er nicht: „So, jetzt reden wir das erste Mal miteinander“, setzte er an, wurde aber von der Richterin unterbrochen. „Ihr Verteidiger hat Fragen an Sie“, sagte sie, woraufhin der Redefluss fürs Erste gestoppt war.

Er bestätigte, dass er an „Rekrutierungsveranstaltungen“ des „Staatenbundes“ teilgenommen habe. „Das hat mich sofort angesprochen, weil da jemand mit Herz geredet hat, nicht nur mit Hirn“, schilderte er seine sofort aufflammende Begeisterung. „Haben Sie den Staatenbund aktiv beworben?“, wollte der Anwalt wissen. „So etwas gibt es bei uns nicht, jeder kommt aus freien Stücken oder auch nicht.“ Dann fühlte er sich bemüßigt zu erklären: „Wir sind kein lustiger Karnevalsverein, so wie es hier dargestellt wird, so haha, wir gründen einen Staat.“ Er habe sich bei den gleichgesinnten von Anfang an wohlgefühlt. „Alles, was bei uns passiert ist, hat mir gezeigt, dass das der einzige Weg ist, gewaltfrei, mit Hingabe und Liebe.“

In den kommenden Tagen sollen vor allem Mitschnitte von Versammlungen und Telefongesprächen vorgespielt werden, weitere Zeugen sollen auch zu Wort kommen.


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