Kreml widerspricht Merkel: Normandie-Format nicht zuständig

Kiew/Moskau (APA/dpa) - Der Kreml stellt nach Agenturberichten die Absprache mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Aufarbeitun...

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Kiew/Moskau (APA/dpa) - Der Kreml stellt nach Agenturberichten die Absprache mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Aufarbeitung des schweren russisch-ukrainischen Zwischenfalls im Schwarzen Meer in Frage.

Das sogenannte Normandie-Format mit Russland, der Ukraine, Frankreich und Deutschland beschäftige sich „mit der Umsetzung der Minsker Vereinbarungen“ zur Ostukraine, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau. „Die Provokation der ukrainischen Seite in russischen Territorialgewässern gehört kaum zum Geltungsbereich der Minsker Vereinbarungen“, sagte er der staatlichen Agentur Tass zufolge. Die russische Küstenwache hatte am 25. November drei ukrainische Marineboote gewaltsam an der Fahrt durch die Meerenge von Kertsch ins Asowsche Meer gehindert.

Merkel hatte wegen dieser neuen Eskalationsstufe zwischen Russland und der Ukraine beim G-20-Gipfel in Argentinien mit Russlands Präsident Wladimir Putin gesprochen. Sie regte an, den Fall im Normandie-Format auf Ebene der außenpolitischen Spitzenberater zu besprechen. „Das ist auch zustimmend zur Kenntnis genommen worden“, berichtete die deutsche Kanzlerin am Samstag in Buenos Aires vor Journalisten.

Peskow schrieb der Agentur Interfax zufolge die Forderung nach Einberufung des Normandie-Formats dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zu. Der Kremlsprecher dementierte Kiewer Vorwürfe, Russland habe die Meerenge von Kertsch zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer für ukrainische Schiffe gesperrt. Der Rückstau von Schiffen auf beiden Seiten der Meerenge liege am schlechtem Wetter.

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