Intelligente Videoüberwachung in Mannheim gestartet

An Kriminalitätsbrennpunkten in Mannheim sollen mehr als 70 Kameras installiert werden, die Bewegungsabläufe von Passanten analysieren und bestimmte kritische Verhaltensmuster wie Schlagen, Treten oder Hinfallen melden.

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Mannheim – Das deutsche Bundesland Baden-Württemberg hat am Montag ein europaweit einzigartiges Projekt zur intelligenten Videoüberwachung öffentlicher Räume gestartet. An Kriminalitätsbrennpunkten in Mannheim sollen mehr als 70 Kameras installiert werden, die Bewegungsabläufe von Passanten analysieren und bestimmte kritische Verhaltensmuster wie Schlagen, Treten oder Hinfallen melden.

Ein Beamter im zentralen Lagezentrum bewertet daraufhin den Vorgang und löst gegebenenfalls einen Einsatz aus. Das Überwachungssystem basiert auf den Kameras und einem lernenden Computeralgorithmus. Es wurde vom Fraunhofer-Institut für Optotronik, Systemtechnik und Bildauswertung entwickelt und kommt in Mannheim erstmals zum Einsatz.

„Kritische Situationen erkennen“

Ziele seien nicht die Gesichtserkennung oder ein lückenloses Fahndungssystem, sagte der Mannheimer Polizeipräsident Thomas Köber. „Es geht darum, dass kritische Situationen erkannt werden und die Polizei darauf aufmerksam gemacht wird.“ Köber sprach von einem „Meilenstein“ zur Sicherung des öffentlichen Raums.

Das Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Landesdatenschutzbeauftragten entwickelt. Die Kameras sind über ein geschlossenes System mit dem Polizeipräsidium verbunden und könnten nicht gehackt werden. Aufzeichnungen werden längstens 72 Stunden aufbewahrt, auf Gesichtserkennung und akustische Überwachung wird bewusst verzichtet. Durch das lernende System ist es auch möglich, dass unkritische Verhaltensweisen normaler Bürger nur verpixelt auf dem Polizeibildschirm dargestellt werden. Das Projekt ist zunächst auf fünf Jahre angelegt. (APA/AFP)

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