Leichtathletik: IAAF entscheidet Dienstag über Russland-Bann

Monte Carlo (APA/dpa) - Der Leichtathletik-Weltverband IAAF ist im russischen Doping-Skandal kompromisslos und hart geblieben. Das IAAF-Coun...

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Monte Carlo (APA/dpa) - Der Leichtathletik-Weltverband IAAF ist im russischen Doping-Skandal kompromisslos und hart geblieben. Das IAAF-Council wird am Dienstag in Monte Carlo nun entscheiden, ob der seit drei Jahren bestehende Bann des russischen Verbandes RUSAF aufgehoben wird oder nicht.

Auch nach der umstrittenen Entscheidung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) vom 20. September, die russische Kontrollagentur RUSADA zuzulassen, hatte die IAAF den Bann nicht aufgehoben, weil zwei Bedingungen nicht erfüllt wurden: Der Zugang zum Moskauer Labor und der Datenbank sowie zu den dort lagernden Dopingtests. Zudem hat Russland den McLaren-Report nicht anerkannt, in dem die Dimension des Betrugs dargestellt ist.

„Die Festlegung unserer eigenen Kriterien und die Bewertung des Fortschritts anhand dieser Kriterien hat dem Leichtathletiksport in den letzten drei Jahren gut gedient“, erklärte IAAF-Präsident Sebastian Coe.

Die Experten der WADA haben zwar in der vergangenen Woche das Moskauer Analyselabor besuchen dürfen, aber noch keinen Zugriff auf Daten und Proben erhalten. Bis zum 31. Dezember muss Russland die sogenannten Lims-Dateien zur Verfügung stellen und bis zum 30. Juni die Analyse verdächtiger Dopingproben von 2011 bis 2015 ermöglichen.

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Es geht jedoch nicht nur um die Aufarbeitung und restlose Aufklärung des Doping-Skandals, sondern auch um die Gewähr, dass in Zukunft im russischen Sport nicht betrogen wird und Athleten in ein korrektes Anti-Doping-Kontrollsystem eingebunden sind.

„Es ist sehr wichtig, dass Athleten die Antwort auf eine sehr wichtige Frage erhalten: Können sie dem System vertrauen?“, sagte Coe. „Die Athleten stellen diese Frage der IAAF, der WADA und dem Internationalen Olympischen Komitee - und all diese Organisationen müssen den sauberen Athleten beweisen, dass das System ein sauberes System ist.“

Der Brite betonte jedoch auch: „Es muss unser Ehrgeiz sein, dass russische Athleten wieder ihr Land vertreten. Das muss das Ziel sein.“ Seit der Sperre dürfen Russen nur nach strenger Prüfung bei internationalen Titelkämpfen und Meetings starten.


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