Funde in Polen und Duisburg: Tote Babys sind wahrscheinlich Zwillinge

Vor gut zwei Wochen wird eine Babyleiche in einem Altkleidertransport in Polen entdeckt, später eine weitere in Duisburg. Die Polizei vermutet, dass es sich um Zwillingsschwestern handelt. Die mutmaßliche Mutter befindet sich in Haft.

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Mit Hinweiszetteln wie diesem bat die Polizei in Duisburg um Mithilfe bei der Aufklärung des Schicksals der kleinen Mia.
© imago/Reichwein

Duisburg – Im Fall der beiden Babyleichen aus Duisburg wollen die Ermittler herausfinden, ob es sich um Zwillingsschwestern handelt. Dies liege nahe, sagte eine Polizeisprecherin. Gewissheit soll eine Untersuchung der DNA des in Polen gefundenen Mädchens liefern. Die Staatsanwaltschaft Duisburg hofft, dass das für die Untersuchung nötige Gewebematerial noch in der laufenden Woche aus Polen eintrifft.

Vor gut zwei Wochen war in einer Altkleidersortieranlage in Polen die Leiche eines neugeborenen Mädchens entdeckt worden. Der Transport war aus Duisburg gekommen. Die Ermittler vermuten, dass das Baby, dem sie den Namen Mia gaben, in der Ruhrgebietsstadt in den Container gelegt wurde. Nach bisherigen Erkenntnissen der polnischen Ermittler ist Mia lebend zur Welt gekommen.

Das Mädchen habe vorläufigen Untersuchungen zufolge nach der Geburt eigenständig geatmet, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Kielce, Daniel Prokopowicz. Endgültige Ergebnisse sollten in mehreren Wochen vorliegen. Bisherigen Erkenntnissen zufolge wurde der Altkleidertransporter nach dem Start in Duisburg nicht geöffnet.

Kurz nach der Bekanntmachung des Falls in Polen hatte die Polizei in Duisburg einen Hinweis auf eine Deutsche in der Stadt bekommen. Bei einer Durchsuchung der Wohnung der 35-Jährigen wurde am Wochenende ein weiteres totes Baby, ebenfalls ein Mädchen, entdeckt. Die Frau gestand die Geburt dieses Kindes, äußerte sich aber nicht zur Tötung des Kindes. Sie bestritt, etwas mit dem toten Baby aus dem Altkleidercontainer zu tun zu haben. Ein Richter erließ Haftbefehl wegen Totschlags. (dpa)

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