Erträge heimischer Versicherungen weiter unter Druck

Wien (APA) - Die österreichischen Versicherungsunternehmen haben heuer bis September trotz leichten Prämienzuwächsen wieder deutlich weniger...

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Wien (APA) - Die österreichischen Versicherungsunternehmen haben heuer bis September trotz leichten Prämienzuwächsen wieder deutlich weniger verdient. In den ersten drei Quartalen sank das Vorsteuerergebnis (EGT) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,2 Prozent bzw. 101,5 Mio. Euro auf 892,7 Mio. Euro, teilte die Finanzmarktaufsicht am Dienstag mit. Im Vorjahr betrug der Rückgang bis September über 20 Prozent.

Während sich das versicherungstechnische Ergebnis im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres um 18,4 Prozent auf 430,42 Mio. Euro verbesserte, verringerte sich das Finanzergebnis kräftig um gut 13 Prozent bzw. 290 Mio. Euro von 2,17 auf 1,88 Mrd. Euro.

Mit 87 Prozent stammt der größte Teil der Vorsteuergewinne aus der Schaden/Unfall-Versicherung, 7,70 Prozent kommen aus Leben und 4,30 Prozent aus der Krankenversicherung. Die Umsatzrendite, also das Verhältnis EGT zu Prämien, ging um 0,9 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent zurück. 2016 lag dieser Wert noch bei 9,8 Prozent.

Dagegen ist das Prämienvolumen bis September um 1,53 Prozent auf 13,27 Mrd. Euro gestiegen. Davon entfielen 7,49 Mrd. Euro (+3,46 Prozent) auf die Sparte Schaden- und Unfallversicherung, 4,11 Mrd. Euro (-2,74 Prozent) auf die Lebensversicherung und 1,67 Mrd. Euro (+4,21 Prozent) auf die Krankenversicherung, geht aus dem heute veröffentlichten Bericht der Finanzmarktaufsicht (FMA) zum dritten Quartal der Versicherungswirtschaft hervor.

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In der Lebensversicherung verringerte sich der Anteil der Einmalprämien gegenüber den laufenden Prämien leicht von 14 Prozent auf 13,9 Prozent, der Anteil der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherungen erhöhte sich gegenüber der konventionellen Lebensversicherung hingegen von 23,75 Prozent auf 24,73 Prozent.

Gemeinsam besaßen die Versicherungen (exklusive fonds- und indexgebundene Lebensversicherungen) per Ende September Vermögen im Marktwert von 107,6 Mrd. Euro. Das waren um 3,26 Prozent weniger als ein Jahr davor.

Die stillen Nettoreserven (Saldo aus stillen Reserven und stillen Lasten) betrugen 19,84 Mrd. Euro. Das waren um 6,01 Prozent weniger als im Vorquartal. Damit nahmen diese seit dem 3. Quartal 2016 kontinuierlich ab. Damals waren es noch 25,28 Mrd. Euro.

Die Liquiditätslage ist aber nach wie vor gut. Mehr als die Hälfte aller Versicherungsunternehmen konnten zum Ende des 3. Quartals einen Solvabilitätsgrad (SCR - Solvency Capital Requirement) von über 230 Prozent vorweisen, verfügten also über doppelt so hohe Eigenmittel wie erforderlich, so die FMA.

Im dritten Quartal hat sich das Prämienvolumen um 1,34 Prozent auf 3,89 Mrd. Euro erhöht. In den Sparten Schaden- und Unfallversicherung stieg es um 3,73 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro (Anteil: 56,5 Prozent) und in der Krankenversicherung um 4,16 Prozent auf 551 Mio. Euro (12,6 Prozent). Dagegen kam es in der Sparte Lebensversicherung zu einem Rückgang von 3,63 Prozent auf 1,23 Mrd. Euro (31,0 Prozent).

~ WEB http://www.fma.gv.at ~ APA173 2018-12-04/11:12


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