Auch in Österreich gibt es Betroffene des P&R-Milliardenbetrugs

Wien/München (APA) - Der Anlegerschutzverein Cobin Claims hat einen neuen Fall, bei dem es Geschädigte in Österreich gibt. Zwar ist deren Za...

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Wien/München (APA) - Der Anlegerschutzverein Cobin Claims hat einen neuen Fall, bei dem es Geschädigte in Österreich gibt. Zwar ist deren Zahl noch unklar, aber durch einen Aufruf von heute, Dienstag, sollen Betroffene erreicht werden. Es geht um die Milliardenpleite des deutschen Container-Investment-Anbieters P&R (Passiva: 3,5 Mrd. Euro), rund um die Cobin Claims nun eine Sammelaktion startet, teilte der Verein mit.

„Bisher haben sich eine Handvoll Anleger bei uns gemeldet, die Verluste erlitten haben“, sagte Cobin-Claims-Obmann Oliver Jaindl zur APA. „Sie waren vom deutschen Masseverwalter kontaktiert worden.“ Da es einen steirischen Anlage-Vermittler gab, sei einerseits ein möglicher Haftungsgegner in Österreich ausgemacht worden, so Jaindl. Andererseits sei davon auszugehen, dass noch mehr geschädigte österreichische Anleger gefunden werden, „eine vernünftig gesammelte Rechtsverfolgung zu organisieren“. Damit bleibe es heimischen Geschädigten erspart, parallel zur Teilnahme am Insolvenzverfahren nicht absehbare Prozessabenteuer in Deutschland zu unternehmen.

Der nicht gewinnorientierte Verein bietet konkret an: Anwaltliche Vertretung zu vergünstigten Konditionen. Sollten sich mehrere Geschädigte melden, strebt er die Erlangung einer Prozessfinanzierung an, um risikolose Musterverfahren und/oder Klagen aller Geschädigten zu finanzieren bzw. dass Musterverfahren auf Basis einer Rechtsschutzversicherung oder auf Basis einer Crowd-Funding-Aktion geführt werden.

„Wichtig ist daher, dass sich möglichst viele Geschädigte melden - denn nur durch eine größere Anzahl an Betroffenen entstehen organisatorische und kostenmäßige Vorteile, die wiederum der gesamten Gruppe der Betroffenen zu gute kommen“, sagt Jaindl. Auf der Webseite www.cobinclaims.at können sich Betroffene für die Aktion registrieren.

Von der Insolvenz des Unternehmens mit Sitz in München sind insgesamt 54.000 Anleger betroffen, die bisher mehr als 80.000 Forderungen angemeldet haben.


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