Südsudan - UNO fordert Bestrafung für Massenvergewaltigungen

Juba (APA/AFP) - Nach Massenvergewaltigungen von Frauen im Südsudan haben die Vereinten Nationen eine Bestrafung der Täter gefordert. In ein...

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Juba (APA/AFP) - Nach Massenvergewaltigungen von Frauen im Südsudan haben die Vereinten Nationen eine Bestrafung der Täter gefordert. In einer am Montagabend veröffentlichten Erklärung verurteilte UN-Generalsekretär Antonio Guterres entschieden die „brutalen sexuellen Angriffe“.

Ungeachtet der Zusicherung der südsudanesische Regierung, die Feindseligkeiten zu beenden und für Frieden zu sorgen, werde sexuelle Gewalt weiter als „Kriegstaktik“ eingesetzt. Für die Zivilbevölkerung, insbesondere für Frauen und Kinder, bleibe die Sicherheitslage „katastrophal“.

Guterres rief alle Konfliktparteien auf, die Sicherheit von Zivilisten zu gewährleisten und der Straflosigkeit derartiger Verbrechen entgegenzutreten. Notwendig seien Ermittlungen und die strafrechtliche Verfolgung der Schuldigen.

Zuvor hatten drei UN-Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung angeprangert, dass in den vergangenen zwölf Tagen nahe der nördlichen Stadt Bentiu mehr als 150 Frauen und Mädchen vergewaltigt oder sexuell angegriffen worden seien. Zeugenaussagen zufolge habe es sich bei den Tätern um bewaffnete Männer gehandelt, von denen viele Uniformen getragen hätten.

Die südsudanesischen Behörden müssten die Verantwortlichen der „abscheulichen Attacken“ zur Verantwortung ziehen, heißt es in der Erklärung. Die Erklärung ist unterzeichnet von der Chefin des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, Henrietta Fore, dem UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock und der Chefin des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA), Natalia Kanem.

Am Freitag hatte die bereits Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mitgeteilt, binnen zehn Tagen seien 125 Frauen und Mädchen Opfer von Vergewaltigungen oder sexueller Gewalt geworden. Einige seien jünger als zehn oder älter als 65 Jahre gewesen. Auch Schwangere seien vergewaltigt worden.

Die Gewalttaten ereigneten sich demnach rund um Bentiu, wo internationale Hilfsorganisationen die notleidende Bevölkerung mit Essen versorgen. Viele Frauen seien auch geschlagen und ausgeraubt worden.

Der Südsudan hatte im Sommer 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärt. Im Dezember 2013 begann ein Bürgerkrieg, in dessen Verlauf mehr als 380.000 Menschen getötet und vier Millionen Südsudanesen - fast ein Drittel der Bevölkerung - in die Flucht getrieben wurden. Der Konflikt war geprägt von schwersten Menschenrechtsverletzungen und führte zu einer der größten humanitären Krisen weltweit.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA246 2018-12-04/12:28


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