Zwölf Jahre nach Mord an 14-Jähriger in Berlin Verdächtiger in Haft

Noch im Oktober beschäftigte sich eine Sendung von „Aktenzeichen XY“ mit dem Fall eines 2006 an einer Bushaltestelle verschwundenen Mädchens. Zahlreiche Hinweise gingen ein. Nach dem Einsatz eines verdeckten Ermittlers ergab sich nun ein dringender Tatverdacht gegen einen heute 43-Jährigen.

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Berlin – Mehr als zwölf Jahre nach dem Mord an einer 14-Jährigen in Berlin ist ein Mann festgenommen worden. Der 43-Jährige ist dringend verdächtig, die Schülerin Georgine K. im September 2006 getötet zu haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die Leiche des Mädchens wurde bisher nicht gefunden.

Der Verdächtige wurde Dienstagfrüh mit Unterstützung von Spezialeinsatzkräften verhaftet. Erkenntnisse aus den jahrelangen Ermittlungen führten demnach auf die Spur des Beschuldigten. Im Oktober hatte sich eine Spezialausgabe des Fernsehmagazins „Aktenzeichen XY...ungelöst“ mit dem Fall befasst. Daraufhin gingen erneut Hinweise ein. Der Einsatz eines verdeckten Ermittlers habe den Verdacht gegen den vorbestraften 43-Jährigen schließlich erhärtet.

Mädchen in Keller gelockt und getötet?

Die Staatsanwaltschaft teilte mit: „Es besteht der dringende Verdacht, dass der Mann Georgine K. aus sexuellen Motiven auf ihrem Heimweg von der Schule abgefangen, in seinen Keller in Berlin-Moabit gelockt und sie dort getötet hat.“ Das Mädchen war zuletzt am Tattag an einer Bushaltestelle gesehen worden und dann spurlos verschwunden.

Die folgenden Ermittlungen verliefen erfolglos, obwohl die Polizei fast 300 Hinweisen nachging und 2009 auch Suchhunde einsetzte. Zuletzt hatten Polizisten aufgrund eines anonymen Hinweises ein Waldgebiet in Brandenburg umgegraben.

Der Beschuldigte wurde bereits im Jahr 2012 vom Amtsgericht Tiergarten wegen sexueller Nötigung einer Jugendlichen verurteilt. Er hatte das Mädchen in den Keller seiner Wohnung gelockt.

Nach Leiche wird weiter gesucht

Am Dienstag sollte gegen den Mann Haftbefehl wegen Mordes verkündet werden. Die Ermittlungen insbesondere zum Verbleib der Leiche dauerten an.

Auch im deutschen Bundesland Thüringen hatten Ermittler zuletzt einen alten Fall gelöst. 27 Jahre nach der Ermordung der zehnjährigen Stefanie aus Weimar war ihr Mörder am 30. November vom Landgericht Jena zu lebenslanger Haft verurteilt worden. (APA/AFP/dpa)


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