Wiener KH Nord 2 - Porr-Chef Strauss berichtete von Verzögerungen

Wien (APA) - Auch Porr-Generaldirektor Karl-Heinz Strauss wurde in der heutigen Sitzung der U-Kommission befragt. Er war zwar nicht mit der ...

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Wien (APA) - Auch Porr-Generaldirektor Karl-Heinz Strauss wurde in der heutigen Sitzung der U-Kommission befragt. Er war zwar nicht mit der Energetik-Causa befasst, sein Unternehmen hat jedoch immerhin den Rohbau des KH Nord errichtet. Der Baumanager berichtete heute von jener Phase, in der sich das Projekt um mehr als zwei Jahre verzögert hat.

Ursache seien etwa unvollständige Pläne und Schwierigkeiten mit der Fassade gewesen, sagte Strauss. Das habe auch für die Porr eine große Herausforderung bedeutet: „Wir haben mehr als 300.000 zusätzliche Stunden aufgewendet.“ Somit sei der Bau auch teuer geworden. Dass Mehrkosten verrechnet worden seien, die nicht angefallen sind, schloss der Porr-Chef auf eine entsprechende Frage jedoch kategorisch aus.

Das Problem waren laut dem Zeugen etwa die Verzögerungen, die durch zwei Fassadenbaufirmen verursacht wurden. Dadurch sei es etwa zu Wassereinbrüchen ins Gebäude gekommen - was Mehrarbeit verursacht habe. Dass Pläne unvollständig waren, lag laut Strauss nicht an den ausführenden Architekten, sondern daran, dass immer wieder Änderungen während der Bauzeit erfolgt seien. Letztendlich habe die Bauzeit sechs statt dreieinhalb Jahre betragen.

Dass das Projekt immer teurer wurde - beim Rohbau soll das Plus 72 Prozent im Vergleich zum Anbot ausgemacht haben - habe man dem Krankenanstaltenverbund (KAV) kommuniziert, versicherte der Porr-Generaldirektor. Das sei „laufend“ im Rahmen von Baubesprechungen geschehen. Apropos KAV: Dessen Ex-Generaldirektor Wilhelm Marhold war nach seinem Ausscheiden aus dem städtischen Spitalsriesen Berater bei einem zum Porr-Konzern gehörenden Unternehmen, wie Strauss heute berichtete.

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Der Baufachmann bemängelte die Ausschreibung in einigen Punkten. Sie habe etwa zu wenig Baustahl enthalten. Dass der KAV überfordert war, glaubt der Unternehmenschef aber nicht. „Der Bauherr war üblich gut aufgestellt“, befand er. Verzögerungen seien bei einem derart großen Projekt nie ausgeschlossen.

Strauss plädierte jedoch dafür, Ausschreibungen der öffentlichen Hand künftig anders zu gestalten. Statt die einzelnen Abschnitte einzeln zu vergeben, sei es international inzwischen üblich, sich vor dem Start für einen Generalplaner und auch für ein ausführendes Unternehmen zu entscheiden. Tatsächlich war auch beim KH Nord eine vergleichbare Vorgangsweise geplant - die schließlich verworfen wurde.

Die ehemalige ärztliche Leiterin des künftigen Großspitals, Sylvia Schwarz, äußerte sich heute zwar nicht zum Schutzring, übte jedoch Kritik daran, dass noch 2013 als Teileröffnungsdatum 2016 genannt worden sei. „Ich habe mich wirklich gewundert, dass man einen so frühen Termin ansetzt. Ich habe das für unrealistisch gehalten“, sagte sie heute im Zeugenstand. Auf die Frage, wem sie die Bedenken mitgeteilt habe, meinte sie: „Mir selbst.“ Denn als Ärztin verfüge sie über keine Kenntnisse der Bautechnik und habe sich darum dazu auch nicht äußern wollen.

Aus medizinischer Hinsicht sei das Haus „sehr sehr schön“ aufgesetzt, beteuerte sie heute. Schwarz musste nach Bekanntwerden des Energetik-Auftrags Anfang 2018 ihren Posten räumen. Auch als Präsidentin des Obersten Sanitätsrats trat sie wenig später zurück.


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