OECD-Jobstrategie: Flexibilitätskosten- und -gewinne fair verteilen

Wien (APA) - In einer gewandelten Arbeitswelt muss auch die Arbeitsmarktpolitik neu entworfen werden. Dazu hat die Organisation für wirtscha...

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Wien (APA) - In einer gewandelten Arbeitswelt muss auch die Arbeitsmarktpolitik neu entworfen werden. Dazu hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Paris eine neue Jobstrategie vorgelegt. Die Gewinne und Kosten durch Flexibilität sollten zwischen Arbeitgebern und -nehmern fair verteilt werden. Und auch die Arbeiter in der Gig-Economy brauchen sozialen Schutz.

Die Analyse der OECD zeige, dass jene Länder, die Quantität, Qualität und Integration von Arbeitsplätzen fördern - wie Dänemark, Island, Norwegen und Schweden - besser abschneiden als Länder, die sich überwiegend auf Flexibilisierung der Arbeitsmärkte konzentrieren.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit seien war notwendig, um die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze in einem immer dynamischeren Umfeld zu fördern. Doch müssten die Gewinne und Kosten der Flexibilisierung fair zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern verteilt werden, fordert die OECD.

Ein dynamischer Produkt? und Arbeitsmarkt sei unerlässlich, um der schnellen Transformation der Volkswirtschaften infolge des technologischen Fortschritts, der Globalisierung und des demografischen Wandels zu begegnen. Dabei sollten die Arbeitskräfte durch geeignete Maßnahmen unterstützt werden, damit sie aus Unternehmen, Wirtschaftszweigen und Regionen, die sich im Niedergang befinden, in Branchen mit den höchsten Wachstumsaussichten wechseln können.

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Da sich die Nachfrage nach Kompetenzen wahrscheinlich schnell verändern werde und die Menschen länger arbeiten werden, brauchen Arbeitskräfte die richtigen Qualifikationen. Die Herausforderung für die Länder bestehe darin, neuartige Instrumente zu entwickeln, die die allgemeine und berufliche Bildung auf den Einzelnen und nicht auf den Arbeitsplatz ausrichten.

In einer Welt mit zunehmend flexiblen Arbeitsformen brauchen Arbeitskräfte weiterhin Schutz vor Arbeitsmarktrisiken. Dazu gehöre auch, dass jeder Zugang zu sozialer Sicherung habe und die grundlegenden Arbeitsmarktbestimmungen auf alle Arbeitskräfte Anwendung finden, unabhängig von der Art der Beschäftigung. Zwar sei die Zahl der Beschäftigten in der sogenannten „Gig-Economy“ derzeit noch eher gering, sie werde aber vermutlich stark wachsen. Auch die in diesen neuen Arbeitsverhältnissen Beschäftigten sollten Zugang zu vollem sozialem Schutz erhalten und dürften nicht von wesentlichen Errungenschaften des Arbeitsrechts ausgeschlossen werden, heißt es.

Der Sozialschutz könnte durch verschiedene Maßnahmen erweitert werden, etwa die Schaffung neuer Leistungsmodelle, die Stärkung nicht beitragsabhängiger Systeme, die Einführung von Sozialleistungsuntergrenzen und eines übertragbaren Sozialversicherungsschutzes. Einige Länder prüfen auch Modelle eines universellen Grundeinkommens.

Österreich liegt mit einer Beschäftigungsquote von 75,4 Prozent über dem OECD-Durchschnitt von 72,1 Prozent (2017). Der Unterschied zwischen Frauen- und Männereinkommen (Gender-Pay-Gap) ist in Österreich weit größer als im OECD-Schnitt.

~ WEB http://www.oecd.org/ ~ APA347 2018-12-04/14:10


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