Nach Kohle-Protest in der Slowakei: Greenpeace-Aktivisten kommen frei

Bratislava/Wien (APA/AFP) - Die zwölf Greenpeace-Aktivisten, die am vergangenen Mittwoch nach einer Protestaktion gegen Kohlekraft in der Sl...

  • Artikel
  • Diskussion

Bratislava/Wien (APA/AFP) - Die zwölf Greenpeace-Aktivisten, die am vergangenen Mittwoch nach einer Protestaktion gegen Kohlekraft in der Slowakei festgenommen wurden, werden vorerst freigelassen. Das kündigte heute der slowakische Generalstaatsanwalt an, wie der Österreich-Ableger der NGO am Dienstag in einer Aussendung berichtete. Noch am Sonntag habe ein Gericht die Freilassung abgelehnt.

In Wien protestierten heute Greenpeace-Aktivisten vor der slowakischen Botschaft. Ebenso geschah dies auch in Berlin, wo Mitglieder der NGO eine Mahnwache gegen die Inhaftierung abhielten. Auch in der Slowakei selbst hatten am Montag hunderte Demonstranten die Freilassung der Umweltschützer gefordert. „Aktivismus ist kein Verbrechen“, stand auf Plakaten in der Hauptstadt Bratislava. Slowakische Spitzenpolitiker sowie nach Greenpeace-Angaben auch hochrangige Vertreter der Justiz äußerten ihr Unverständnis über die Haftentscheidung des Bezirksgerichts.

„Fürs Erste hat die Gerechtigkeit gesiegt. Aufgrund eines friedlichen Protests bis zu sechs Monate in Untersuchungshaft zu sitzen, wäre ein Skandal“, erklärte Lukas Meus, Greenpeace-Sprecher in Österreich. Die zwölf Aktivisten aus Belgien, Deutschland, Finnland, der Slowakei und Tschechien würden zwar bald aus der U-Haft entlassen. Trotzdem müssen sie sich einem Gerichtsprozess stellen, der innerhalb der kommenden sechs Monate stattfinden wird - bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu fünf Jahren Haft, berichtete die NGO.

Die Greenpeace-Aktivisten waren vergangene Woche festgenommen worden, nachdem sie im Vorfeld der UNO-Klimakonferenz „COP24“ im polnischen Katowice an einem Turm auf dem Gelände der größten Braunkohle-Mine des EU-Landes nahe der Stadt Novaky ein Banner mit der Aufschrift „Beendet das Kohle-Zeitalter“ angebracht hatten. Ein Bezirksgericht im slowakischen Prievidza hatte zuerst angeordnet, dass die Umweltschützer bis zum Beginn des Prozesses gegen sie in Haft bleiben müssen.


Kommentieren