Flüchtlingshelferin Mardini soll gegen Kaution auf freien Fuß kommen

Athen (APA/dpa) - Die syrische Flüchtlingshelferin Sarah Mardini, der die griechische Justiz Mitgliedschaft in einem illegalen Netzwerk für ...

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Athen (APA/dpa) - Die syrische Flüchtlingshelferin Sarah Mardini, der die griechische Justiz Mitgliedschaft in einem illegalen Netzwerk für Flüchtlingshilfe vorwirft und die seit Monaten in Untersuchungshaft ist, kommt gegen Kaution in Höhe von 5.000 Euro frei. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur ANA MPA unter Berufung auf die Justiz am Dienstag.

Sie sollte in den nächsten ein bis zwei Tagen freigelassen werden, hieß es. Zunächst war unklar wann der Prozess stattfinden soll.

„Meine Mandantin ist nur eine Helferin und hat nichts mit der Anklage zu tun“, hatte Mardinis Rechtsanwalt Charalambos Petsikos der Deutschen Presse-Agentur nach ihrer Festnahme wiederholt gesagt.

Hintergrund der Ermittlungen: Zahlreiche Mitglieder von mindestens drei Nichtregierungsorganisationen (NGO) sollen auf der Ostägäisinsel Lesbos als Schleuser tätig gewesen sein. 30 Menschen, darunter 24 Ausländer, sollen laut Polizei systematisch die Überfahrt von Migranten von der Türkei nach Griechenland unterstützt haben.

Die Polizei war auf die Tätigkeit einer der NGOs aufmerksam geworden, als sie im Februar 2018 zwei ihrer Mitglieder festnahm, die auf Lesbos mit einem Fahrzeug mit gefälschten Kennzeichen des griechischen Heeres gefahren seien. Danach folgten monatelange Ermittlungen und Beobachtung der NGOs.

Sarah und ihre Schwester Yusra Mardini sorgten 2015 für Schlagzeilen: Damals sollen die beiden Schwimmerinnen ein Flüchtlingsboot stundenlang mit einem Seil hinter sich hergezogen haben, das vor der Insel Lesbos in Seenot geraten war. Danach ließen sie sich in Deutschland nieder.


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