Streit zwischen Salvini und Ermittler - Innenminister verteidigt sich

Rom (APA) - Innenminister Matteo Salvini verteidigt sich vor dem Vorwurf des Turiner Oberstaatsanwalts, Armando Spataro, mit einer Twitter-B...

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Rom (APA) - Innenminister Matteo Salvini verteidigt sich vor dem Vorwurf des Turiner Oberstaatsanwalts, Armando Spataro, mit einer Twitter-Botschaft zu einem laufenden Polizeieinsatz gegen nigerianische Drogendealer eine Razzia aufs Spiel gesetzt zu haben. Keiner der Kriminellen konnte sich der Festnahme entziehen, versicherte Salvini in einem TV-Interview am Dienstagabend.

15 Personen wurden im Rahmen der Razzia festgenommen. Spataro hatte den Minister kritisiert, weil dieser per Twitter die Festnahmen angekündigt hatte, während diese noch im Gange war und einige der Gesuchten noch flüchtig waren. Spataro betonte in einer polemischen Presseaussendung, er wünsche sich, dass der Minister künftig auf voreilige Mitteilungen verzichte, um „laufende Ermittlungen nicht zu stören“.

Salvini reagierte scharf auf Spataros Kritik. Er halte es für „inakzeptabel zu behaupten, dass der Innenminister laufende Ermittlungen stören und Festnahmen gefährden könne“, erklärte Salvini. Kritisch fügte er hinzu, er wünsche dem fast 70-jährigen Turiner Staatsanwalt „einen friedlichen künftigen Ruhestand“. Der Ermittler geht in zwei Wochen in Pension.

Der Fall sorgte für politische Diskussionen. Salvini sei als Lega-Chef im Dauer-Wahlkampf und nutze sein Amt zu Zwecken der politischen Wahlpropaganda, kritisierte die oppositionelle PD. Wegen seiner Inkompetenz richte der Innenminister schwere Schäden an, kommentierte der Salvini-Kritiker und Bestseller-Autor Roberto Saviano.

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Mit dem Fall wird sich bald auch der Oberste Richterrat (CSM) befassen, der Italiens Richterstand vertritt. Die Attacke Salvinis gegen den Turiner Oberstaatsanwalt sei unannehmbar, betonten Richterverbände.


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