FMA: Pensionskassensektor im anhaltenden Niedrigzinsumfeld stabil

Wien (APA) - Die Österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA hat ihren jährlichen Bericht über die Lage der österreichischen Pensionskas...

  • Artikel
  • Diskussion

Wien (APA) - Die Österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA hat ihren jährlichen Bericht über die Lage der österreichischen Pensionskassen veröffentlicht. Auch im seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsumfeld zeigt sich der Pensionskassensektor demnach stabil. Derzeit werden betriebliche Pensionszusagen für rund 940.000 Personen verwaltet.

Die Eigenmittel der Pensionskassen sind in den vergangenen Jahren in Einklang mit dem verwalteten Vermögen gestiegen und haben per Jahresende 2017 349 Mio. Euro ausgemacht. Im Vergleich mit dem gesetzlichen Eigenmittelerfordernis wiesen die Pensionskassen damit eine Überdeckung von rund 66 Prozent aus, so die FMA am Mittwoch.

Langfristig sind die von den österreichischen Pensionskassen erwirtschafteten Veranlagungserträge deutlich positiv. Seit Einführung des Pensionskassenwesens im Jahr 1990 betrug die durchschnittliche Jahresperformance 5,3 Prozent. Im vergangenen Gesamtjahr wurde ein Ertrag von 6,1 Protzen erwirtschaftet. Verglichen dazu lag die Performance-Bandbreite im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zwischen 0 und 9 Prozent.

Der Pensionskassensektor steht vor einem regulatorischen Wandel im Bereich der Kapitalanlage. Mit Anfang 2019 treten EU-weit die Bestimmungen der neuen Europäischen Pensionsfondsrichtlinie IORP II (Institutions for Occupational Retirement Provision) in Kraft, die in Österreich im Pensionskassengesetz (PKG) umgesetzt werden. Das PKG stellt es den Pensionskassen bereits jetzt frei, zu entscheiden, in welche Assets sie investieren. Bisher waren sie an quantitative Veranlagungsgrenzen gebunden.

Künftig dürfen die Pensionskassen ihre Veranlagungspolitik frei gestalten. Sie müssen im Gegenzug höhere regulatorische Anforderungen im Bereich des Risikomanagements erfüllen. Die FMA und die Pensionskassen haben die Umsetzungsfrist der IORP II genutzt, um sich auf das neue Regime vorzubereiten.

Für die Vorstände der FMA, Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller, fällt die Umstellung dennoch in eine herausfordernde Phase: „Wir müssen in den kommenden Jahren weiter mit einer volatilen Entwicklung an den Kapitalmärkten rechnen, die hohe Anforderungen an das Risikomanagement der Unternehmen stellt. Wir haben daher die Latte hoch gelegt und am österreichischen Pensionskassenmarkt bereits jetzt hohe Standards etabliert. Wir sind gut auf das neue Regime vorbereitet“, sagt Ettl. „Freiheit in der Kapitalanlage heißt nicht laissez-faire, sondern noch mehr Eigenverantwortung in den Unternehmen. Als FMA werden wir im nächsten Jahr darauf achten, dass die Pensionskassen keine Risiken eingehen, die ihr Risikomanagement überfordern“, ergänzt Kumpfmüller.

~ WEB http://www.fma.gv.at ~ APA166 2018-12-05/10:45


Kommentieren