Verbraucherschützer gehen gegen Gewinnspiel-Abofalle vor

Wien (APA) - Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) geht im Auftrag des Sozialministeriums gegen die Geschäftspraktiken der Schweizer F...

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Wien (APA) - Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) geht im Auftrag des Sozialministeriums gegen die Geschäftspraktiken der Schweizer Firma „Spar Garant AG“ vor und hat in erster Instanz am Handelsgericht Recht bekommen. Die via Telefon abgeschlossenen Abo-Verträge für das Gewinnspielmagazin „winando“ seien ungültig, teilte der VKI am Mittwoch unter Berufung auf das - nicht rechtskräftige - Urteil mit.

Laut VKI kontaktierte „Spar Garant AG“ Leute, die bei Gewinnspielen - zum Beispiel für Konzertkarten - teilgenommen haben, und teilte diesen mit, dass sie angeblich gewonnen hätten, aber für den Erhalt des Gewinns vorher noch ein Abo abschließen müssten. In weiterer Folge gaben die Kunden ihre Daten und Kontonummern bekannt, in der Hoffnung den Gewinn zu erhalten. Statt des erhofften Gewinnes wurden von den Konten der Konsumenten 99,90 Euro für die ersten drei Monate eines Abos über das Gewinnspielmagazin „winando“ abgebucht, so der VKI.

Die Arbeiterkammer warnt schon seit längerer Zeit vor den „dreisten Telefonkeilern“. Wenn das Urteil hält, muss „Spar Garant“ seine Geschäftspraxis in Österreich einstellen: „Die beklagte Partei ist schuldig, es im geschäftlichen Verkehr mit Verbrauchern in Österreich zu unterlassen, sich auf telefonische Vertragsabschlüsse, insbesondere Verträge über Lieferung von Gewinnmagazinen „winando“ die sie während von ihr eingeleiteter Anrufe ausgehandelt hat, zu berufen und Forderungen daraus geltend zu machen, wenn die Verträge im Zusammenhang mit Gewinnzusagen oder Wett- und Lotteriedienstleistungen ausgehandelt werden, oder sinngleiche Praktiken anzuwenden“, heißt es im schriftlichen Urteil (Geschäftszahl 57 Cg 1/18 z). Auch alle 15 vom VKI beanstandeten AGB-Klauseln erklärte die Richterin für unzulässig.

Die Anwaltskanzlei von „Spar Garant AG“ lehnte es ab, sich gegenüber der APA zu dem Fall zu äußern. Im Verfahren hatte „Spar Garant AG“ als Herausgeberin von „winando“ das Klagebegehren bestritten, Klagsabweisung beantragt und erklärt, das Vertragsabschlussprozedere erfolge ausschließlich auf ausdrücklichem Wunsch des Kunden.

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~ WEB http://www.konsument.at ~ APA193 2018-12-05/11:17


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