NÖ Generationenfonds 2017/18 mit elf Mio. Euro Minus

St. Pölten (APA) - Der niederösterreichische Generationenfonds hat das Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende Oktober) mit einem Minus von 0,3 Proz...

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St. Pölten (APA) - Der niederösterreichische Generationenfonds hat das Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende Oktober) mit einem Minus von 0,3 Prozent bzw. elf Mio. Euro nach Kosten abgeschlossen. Begründet wurde das negative Ergebnis mit Unsicherheiten am Kapitalmarkt. Die Ertragsziele des Landtags werden eingehalten, betonte Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP). Aus der Reserve 2016/17 gehen 27 Mio. Euro ins Landesbudget.

„Der Finanzmarkt kämpft mit großen Unsicherheiten“, diese hätten sich spürbar auf den Generationenfonds ausgewirkt, sagte Schleritzko vor Journalisten. Das Risikoprofil der Veranlagung sei sehr konservativ, das habe in einem „schwierigen Umfeld“ wie im abgelaufenen Geschäftsjahr geholfen, erklärte Fibeg-Geschäftsführer Johannes Kern. Er berichtete von einem „durchwachsenen Geschäftsjahr“ und verwies auf ein internationales Umfeld mit Handelskonflikt zwischen USA und China, Brexit, Budgetpolitik Italiens und steigenden US-Leitzinsen. Vor diesem Hintergrund sei man mit der Performance „sehr zufrieden“, so Kern. Verglichen mit anderen Indizes und Fonds habe man ein „solides“ Ergebnis erreicht.

Der Kapitalstock des Generationenfonds beträgt derzeit 2,5 Mrd. Euro. In den vergangenen fünf Jahren betrug die Wertsteigerung der Veranlagung der NÖ Wohnbaudarlehen jährlich im Durchschnitt 2,5 Prozent (bei einem Ertragsziel von 1,9 bis 2,9 Prozent), in den vergangenen zehn Jahren 3,1 Prozent (Zielvorgabe 2,8 bis 2,8 Prozent). Die Erträge sind für soziale Maßnahmen zweckgebunden.

Im Geschäftsjahr 2016/17 wurde ein Plus 5,4 Prozent bzw. 130,2 Mio. Euro erzielt. Davon wurden im Vorjahr 92 Mio. Euro dem Landesbudget zugeführt. Der Rest wurde zum Aufbau einer Reserve verwendet, mit der nun das Minus 2017/18 ausgeglichen und die Ausschüttung ins Landesbudget in Höhe von 27 Mio. Euro bedeckt werden. Ursprünglich waren im Budget für heuer 72 Mio. Euro eingeplant - die Differenz im Ausmaß von 45 Mio. Euro soll durch höhere Ertragsanteile kompensiert werden, sagte der Finanzlandesrat. Die strategische Ausrichtung der Veranlagung werde jedes Jahr durchleuchtet, grundsätzlich soll sich am System nichts ändern, hieß es.

Das Portfolio des Generationenfonds besteht aus mehr als 5.000 Einzelpositionen und sei breit aufgestellt, so Kern. Die 2014 vom Landtag beschlossenen Veranlagungsvorschriften wurden eingehalten, wie im Bericht der Wirtschaftsprüfungskanzlei Ernst & Young bestätigt worden sei. Die Abgeordneten wurden am Mittwoch über die Performance 2017/18 informiert. Es handelt sich um das dritte negative Ergebnis nach 2002 und 2008, hieß es.


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