EU-Kommission drängt auf Stärkung des Euro als globale Währung

Brüssel (APA) - Die EU-Kommission drängt auf eine Stärkung des Euro als globale Währung. Vor allem im Energiebereich müsse die international...

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Brüssel (APA) - Die EU-Kommission drängt auf eine Stärkung des Euro als globale Währung. Vor allem im Energiebereich müsse die internationale Bedeutung der europäischen Währung größer werden. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, legte am Mittwoch Vorschläge für die künftige Rolle des Euro vor.

EU-Energiekommissar Miguel Arias Canete verwies darauf, dass die Europäische Union der größte Importeur von Energie mit durchschnittlich 300 Mrd. Euro pro Jahr sei. Die internationale Rolle des Euro bei Energie-Investitionen zu stärken, könne dazu beitragen, Risiken von Störungen bei Energielieferungen zu minimieren. Auch könne damit ein Beitrag für die Sicherheit der Energieversorgung in der EU und für die Unabhängigkeit europäischer Unternehmen geleistet werden.

Dombrovskis betonte, der Euro solle das politische, wirtschaftliche und finanzielle Gewicht der Währung widerspiegeln und eine regelbasierte politische und wirtschaftliche Ordnung unterstützen. Allerdings könne dies nur dann erfolgreich sein, wenn es gemeinsame Anstrengungen der EU, ihrer Mitgliedsstaaten und der Marktteilnehmer gebe.

Der Euro ist nach dem US-Dollar bereits zweitgrößte Leitwährung der Welt. Er wird im internationalen Zahlungsverkehr, also über Währungsräume hinweg, als Transaktions- und Reservewährung genutzt. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte in seiner Rede zur Lage der EU im September bemängelt, dass 80 Prozent der Energie-Importe in Europa in Dollar bezahlt würden. Der Euro müsse das Gesicht und Werkzeug der neuen europäischen Souveränität werden, hatte Juncker erklärt.

Die Brüsseler Behörde startet nun ein Konsultationsverfahren mit den Marktteilnehmern und Interessenvertretern, um das Potenzial für auf Euro lautende Transaktionen bei Öl, Raffinerieprodukten und Gas zu verbreitern. Dies soll auch im Bereich von Rohmaterialien und landwirtschaftlich erzeugten Lebensmitteln sowie auf den Gütertransport ausgedehnt werden. Auch sollen die Staats- und Regierungschefs am EU- und Euro-Gipfel im Dezember das Thema behandeln.

Die Kommission verwies darauf, dass mehr als 36 Prozent der internationalen Transaktionen 2017 in Euro verrechnet wurden. Der Euro verfüge über etwa 20 Prozent der internationalen Reserven von ausländischen Zentralbanken, was höher sei als der Anteil der Eurozone am weltweiten Bruttonationalprodukt.


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