Eurojust - Europäische Staatsanwaltschaft light koordinierte Razzia

Den Haag (APA/AFP) - Ursprünglich als europäische Staatsanwaltschaft gedacht, vermittelt die EU-Behörde Eurojust heute zwischen den national...

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Den Haag (APA/AFP) - Ursprünglich als europäische Staatsanwaltschaft gedacht, vermittelt die EU-Behörde Eurojust heute zwischen den nationalen Strafverfolgungsbehörden. Sie koordiniert und plant EU-weite Einsätze wie Durchsuchungen und Festnahmen und ermöglicht den Austausch von Informationen nationaler Register, die dies auch bei der aktuellen Razzia gegen die Mafia in mehreren europäischen Staaten der Fall ist.

Der Fokus liegt dabei auf „schwerer und organisierter Kriminalität“ wie Terrorismus, Drogenhandel, Menschenhandel, Korruption, Computerkriminalität und Geldwäsche. In der Praxis erfragen zumeist die nationalen Behörden die Unterstützung von Eurojust. Nach Angaben der Behörde geschieht das jährlich in rund 2.000 Fällen. Die EU-Behörde kann auch selbst nationale Stellen dazu auffordern, Ermittlungen aufzunehmen. Zudem vermittelt sie zwischen den Mitgliedstaaten, wenn unklar ist, welche nationale Ermittlungsbehörde zuständig ist, oder wenn sich praktische Probleme aus den Unterschieden zwischen den Rechtssystemen ergeben.

Die Behörde hat 260 Angestellte und sitzt in Den Haag. Sie nahm 2002 ihre Arbeit auf und war ursprünglich als „Keimzelle“ für eine europäische Staatsanwaltschaft gedacht. Die Strafverfolgung und -vollstreckung ist aber weiterhin fest in den Händen der Mitgliedstaaten.


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