Pflege - Opposition zurückhaltend, NGOs ungeduldig

Wien (APA) - Zurückhaltend hat die Opposition am Mittwoch auf die Ankündigungen der Bundesregierung zur Pflegerreform reagiert. Am positivst...

  • Artikel
  • Diskussion

Wien (APA) - Zurückhaltend hat die Opposition am Mittwoch auf die Ankündigungen der Bundesregierung zur Pflegerreform reagiert. Am positivsten äußerten sich noch die NEOS, auch diese warnten jedoch vor „gewohnter Show-Politik“. Die Volksanwaltschaft verlangte mehr Pflegegeld für alle. Seitens der Hilfsorganisationen wurde die Themenwahl begrüßt und auf konkrete Lösungsschritte gedrängt.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda kritisierte in einer Aussendung das aus seiner Sicht „höchst unseriöse und unprofessionelle Vorgehen“ der Regierung. Deren „Masterplan Pflege“ sei reine Ankündigungspolitik und löse kein einziges Problem. In Sachen Pflegefinanzierung betonte Drozda, dass die SPÖ das Modell einer Pflegeversicherung, das er der ÖVP zuschrieb, ablehne.

Vorsichtig optimistisch reagiert NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker. Er verlangte die Einbindung von Betroffenen, Experten und der Opposition und warnte davor, nur ein bisschen an der Finanzierung zu drehen. Daniela Holzinger, Gesundheitssprecherin von „Jetzt“ (vormals Liste Pilz), plädierte für eine Finanzierung durch eine Erbschaftssteuer oder andere vermögensbezogene Steuern.

Der für Soziales und Pflege zuständige Volksanwalt Günther Kräuter appelliert an die Bundesregierung, auf verbesserte Qualitätsstandards in Alten- und Pflegeheimen nicht zu vergessen. Das Pflegegeld müsse in allen Stufen um 30 Prozent erhöht und dann jährlich valorisiert werden.

E-Bike und 10 x € 300,- Sportgutscheine gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren. Der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Hoffnungsvoll zeigten sich die Hilfsorganisationen. Die Pflegedebatte sei längst überfällig, viele der Punkte entsprächen den Wünschen von Betroffenen und Sozialorganisationen, hieß es seitens der SPÖ-nahen Volkshilfe. Das Rote Kreuz begrüßte die Überschriften und wünschte sich nun Inhalte, Konzepte und Gesetze. Auch der Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) verlangte konkrete Maßnahmenpakete. Schritte in die richtige Richtung erblickte das ÖVP-nahe Hilfswerk.


Kommentieren