Italien: Ex-Innenminister Minniti kandidiert nicht für PD-Spitze

Rom (APA) - Der ehemalige italienische Innenminister Marco Minniti verzichtet auf eine Kandidatur für den Posten als Chef der Demokratischen...

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Rom (APA) - Der ehemalige italienische Innenminister Marco Minniti verzichtet auf eine Kandidatur für den Posten als Chef der Demokratischen Partei (PD), Italiens stärkster Oppositionskraft. Er habe sich zu diesem Schritt entschlossen, um „die Partei zu retten“, sagte der 62-Jährige in einem Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Donnerstagausgabe).

Seine Kandidatur drohe die Mitte-Links-Partei noch mehr zu spalten, meinte Minniti. Dabei brauche die PD eine „starke Führung“. Er hoffe, dass aus dem PD-Kongress im kommenden Frühjahr ein starker Parteichef hervorgehe, der den Italienern eine konkrete Alternative zur „nationalpopulistischen Regierung“ von Lega und Fünf-Sterne-Bewegung bieten könne, sagte der frühere Innenminister.

Minnitis Verzicht ist eine Niederlage für Ex-Premier Matteo Renzi und seine Anhänger innerhalb der zerstrittenen Partei. Renzi hatte die Kandidatur des Ex-Ministers aktiv unterstützt. Um den PD-Vorsitz bewerben sich nun der bisherige Parteivorsitzende Maurizio Martina sowie der Präsident der Region Latium mit der Hauptstadt Rom, Nicola Zingaretti, der als Favorit gilt.

Zwischen Februar und März plant die PD Vorwahlen zur Kür des neuen Parteichefs. Dieser soll die Partei in die Europawahlen im Mai führen. Die PD, die bei den Parlamentswahlen auf ein Rekordtief von 18 Prozent abgesackt war, wird bis zum Parteikongress im Frühjahr von Martina geführt. Der 40-Jährige hatte nach dem Rücktritt von Ex-Premier Renzi infolge der schweren Schlappe bei den Parlamentswahlen am 4. März das Ruder der Partei übernommen. Die Sozialdemokraten hatten eine Koalition mit der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung abgelehnt. In der vorangehenden Legislaturperiode (2013-2018) hatte die PD mitregiert.

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