Fantasie und Anarchie: Dschungel Wien zeigt „Alice im Wunderland“

Wien (APA) - Zwei aus weißen Stoffröhren gebildete Bäume, eine Drehscheibe mit einigen Klappen zum Verstauen von Requisiten oder Ausfahren v...

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Wien (APA) - Zwei aus weißen Stoffröhren gebildete Bäume, eine Drehscheibe mit einigen Klappen zum Verstauen von Requisiten oder Ausfahren von Bühnenteilen, weiße Vorhänge. Viel braucht Hannes Röbisch nicht, um „Alice im Wunderland“ auf die Bühne zu zaubern. Vor allem aber braucht es engagierte und beherzt zur Sache gehende Darsteller sowie ein kluges Konzept. Regisseur Stephan Witzlinger hat beides.

Witzlingers Bearbeitung, die am Donnerstag im Dschungel Wien uraufgeführt wurde und dort bis Dreikönig auf dem Spielplan steht, verfügt vor allem über zwei Dinge, die zur Umsetzung des Klassikers von Lewis Carroll unerlässlich sind: Fantasie und Anarchie. Iris Schmid gerät als Alice im Kinderzimmer-Chaos beim Aufräumen an ein Buch, das sie nicht kennt, dessen Titelheldin aber genauso heißt wir sie. Kaum hat sie sich darin vertieft, flitzt auch schon der verrückte Hase (der keineswegs „Häschen“ genannt werden will - jedes Mal ein sicherer Lacher) vorbei. Alice stürzt in jenes Kaninchenloch, das den Zugang zum Wunderland eröffnet und schrumpft auf Puppengröße.

Rund um Alice sind Clara Diemling, Monika Pallua und Richard Schmetterer ständig auf dem Sprung: Als originelle Musikanten (Komposition: Johannes Grill) geben sie den Ton an, als Grinsekatze, Hutmacher oder Herzkönigin lassen sie das vielgestaltige Personal des Buches auferstehen, als Raupe, russische Wache oder sprechende Blumen sorgen sie für prägnante und witzige Etappen dieser 70-minütigen Reise durch eine bunte Wunderwelt, der viel Raum zum Entfalten gegeben wird. Dennoch wird Tempo gemacht, wechselt man ohne Unterlass Thema und Verkleidung. Und nimmt sich zwischendurch jede Zeit der Welt, um eine ausgiebige Tea Party zu zelebrieren.

Nonsense oder Tiefsinn? Sich darüber Gedanken zu machen hat man vorerst gar keine Zeit. Viel Spaß macht es jedenfalls. Und Stoff zum später Nachfragen und Nacherzählen hat das junge Publikum (empfohlen ist die Aufführung ab sechs Jahren) zur Genüge. Wunderbar!

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(S E R V I C E - „Alice im Wunderland“, Frei nach dem gleichnamigen Buch von Lewis Carroll, Regie, Textfassung: Stephan Witzlinger, Bühne: Hannes Röbisch, Komposition: Johannes Grill, Kostüm: Lena Scheerer, Mit Clara Diemling, Monika Pallua, Richard Schmetterer, Iris Schmid. Dschungel Wien, MuseumsQuartier, Vorstellungen bis 6.1.2019, Karten: 01 / 522 07 20 20. http://www.dschungelwien.at)

(B I L D A V I S O – Pressebilder stehen unter https://www.dschungelwien.at/pages/presse zum Download bereit.)


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